Portal für Politikwissenschaft

Kulturelles Kapital in der Migration

Arnd-Michael Nohl / Karin Schittenhelm / Oliver Schmidtke / Anja Weiß (Hrsg.)

Kulturelles Kapital in der Migration. Hochqualifizierte Einwanderer und Einwanderinnen auf dem Arbeitsmarkt

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010; 317 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-531-16437-3
In der migrationspolitischen Debatte hierzulande scheint sich mehr und mehr eine beschäftigungspolitische Betrachtung geltend zu machen, derzufolge Migranten ein qualifikatorisches Potenzial darstellen, das zur Deckung der erwarteten Lücke gut ausgebildeter Fachkräfte in Deutschland gebraucht wird. Allerdings gibt es bisher nur punktuelles Wissen über Barrieren und Zugangsmöglichkeiten von Zugewanderten zum Arbeitsmarkt. Eine von der Volkswagen-Stiftung zwischen 2005 und 2009 geförderte internationale Studiengruppe hat sich systematisch mit der Situation hochqualifizierter Einwanderinnen und Einwanderer befasst. Die Herausgeber verfolgen in dieser Studie zum einen eine institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen vergleichende Perspektive. Mit Deutschland, Kanada, Großbritannien und der Türkei werden sehr unterschiedliche nationale Kontextbedingungen berücksichtigt. Während in Kanada und mit Abstrichen auch in Großbritannien von einer gezielten Rekrutierungspolitik gesprochen werden kann, war Deutschland bis vor Kurzem von der Abwesenheit aktiver Einwanderungspolitik gekennzeichnet und immer noch sind die hiesigen aufenthalts- und professionsrechtlichen Bestimmungen ebenso unübersichtlich wie restriktiv. Zum anderen konzentrieren sich die Verfasser mit dem Konzept der Statuspassage auf die Prozesse, die Migranten zwischen Bildung und Arbeit und im Wechsel zwischen zwei Nationalstaaten durchlaufen. Anhand der Differenz von Bildungsinländern/Bildungsausländern werden vier Statusgruppen – primär im Alter zwischen 30 bis 45 Jahren – unterschieden. Die empirische Basis der Länderstudien ist breit angelegt – insgesamt sind 206 narrative Interviews geführt worden, die Vergleiche über verschiedene Statusgruppen und Länder hinweg erlauben.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.263 | 2.343 | 2.61 | 2.64 | 4.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Arnd-Michael Nohl / Karin Schittenhelm / Oliver Schmidtke / Anja Weiß (Hrsg.): Kulturelles Kapital in der Migration. Wiesbaden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30713-kulturelles-kapital-in-der-migration_36479, veröffentlicht am 01.04.2010. Buch-Nr.: 36479 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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