Portal für Politikwissenschaft

Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen im Stadtteil

Elisabeth Heite

Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen im Stadtteil. Gleiche Beteiligungschancen und Mitgestaltungsmöglichkeiten für alle?

Freiburg: Centaurus Verlag 2012 (Gender and Diversity 5); 131 S.; 18,80 €; ISBN 978-3-86226-127-7
Menschen, die sich gemeinnützig oder ehrenamtlich betätigen, übernehmen nicht nur Verantwortung für gesellschaftliche Belange, sondern sie verbinden mit ihrer Tätigkeit auch einen individuellen Nutzen wie Teilhabe und aktive Mitgestaltung, Ausbau von Kompetenzen, Erfahren von Gemeinschaft und Anerkennung usw. Um beide Zielgrößen in Einklang zu bringen, bedarf es geeigneter Strukturen, Maßnahmen und Instrumente. Vor dem Hintergrund, dass die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement ein erklärtes Ziel der Politik darstellt und im Zuge des demografischen und sozioökonomischen Wandels in der Beteiligung älterer Menschen ein hohes Potenzial gesehen wird, lotet die Autorin förderliche Rahmenbedingungen für diese Bevölkerungsgruppe aus. Sie arbeitet zunächst den Forschungsstand zu diesem Thema auf und diskutiert insbesondere den Befund, dass sich soziale Ungleichheit auch im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements widerspiegelt. Die Mittel und Chancen, um einer gemeinnützigen Tätigkeit nachzugehen, sind auch im Alter ungleich verteilt. Am konkreten Beispiel einer quartiersnahen Anlaufstelle für ältere Menschen in einem Stadtteil in Gelsenkirchen ermittelt Heite dann Faktoren, die eine breite Beteiligung Älterer (ob bildungsgewohnt oder bildungsfern, ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte, ob von Armut bedroht oder materiell gut ausgestattet, ob mit gutem oder weniger gutem Gesundheitszustand) ermöglichen. Im Fall des Gelsenkirchener Projektes „Seniorenvertreterin/Nachbarschaftsstifter“ zeigt sich, dass „sich alle trotz ihrer eingeschränkten Spielräume dennoch engagieren“ (118). Durch materielle Ausstattung, Weiterbildungsangebote, Unterstützung durch Hauptamtliche u. Ä. seien Ermöglichungs- und Ermächtigungsstrukturen geschaffen worden, die es älteren Menschen unabhängig von ihrer sozialen Lage erlauben, sich in ihrem Stadtteil zu engagieren.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.331 | 2.325 | 2.35 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Elisabeth Heite: Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen im Stadtteil. Freiburg: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/35477-buergerschaftliches-engagement-aelterer-menschen-im-stadtteil_42779, veröffentlicht am 03.01.2013. Buch-Nr.: 42779 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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