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Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative (WASG)

Andreas M. Vollmer

Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative (WASG) Entstehung, Geschichte und Bilanz

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2013 (Parteien und Wahlen 5); 499 S.; 74,- €; ISBN 978-3-8487-0103-2
Politikwiss. Diss. TU Chemnitz; Begutachtung: E. Jesse, U. Backes. – Nach der Bundestagswahl 2013 ist DIE LINKE nun zum dritten Mal nacheinander in den Bundestag eingezogen. Sie ist damit zum festen Bestandteil des deutschen Parteiensystems geworden. Andreas M. Vollmer erinnert mit seiner Arbeit, die im Umfeld der bestreitbaren Extremismus‑Schule um Eckhard Jesse und Uwe Backes entstanden ist, daran, dass dieser Entwicklung die Vereinigung von Linkspartei.PDS und WASG vorangegangen ist. Dabei ist die Gestalt und die Bedeutung der nicht‑etablierten Kleinpartei WASG bisher kaum untersucht worden. Vollmer richtet sein Interesse daher auf den Verlauf der Zusammenarbeit aus Sicht der WASG, auf deren Bewertung sowie auf eine Bilanz des Erbes der WASG innerhalb der Partei DIE LINKE. Gegenüber klassischen Betrachtungen der Parteienforschung setzt Vollmer auf ein historisch‑narratives Vorgehen. In detailreichen Kapiteln wird die Geschichte der WASG von der sozialen Protestbewegung über die Parteigründung, die einschneidende NRW‑Landtagswahl sowie die Bundestagswahl 2005 bis zur Fusion mit der Linkspartei.PDS in vier Phasen beschrieben. Vollmer vergleicht dabei jeweils die Aspekte Mitgliederentwicklung, Programmatik, konkurrierende Strömungen innerhalb der Partei sowie die Beziehungen zu SPD und PDS beziehungsweise Linkspartei.PDS. Dabei kann der Autor eine Reihe paradoxer Beobachtungen machen. So hätten etwa weder die WASG noch die alte PDS für den Gehalt der später verabschiedeten „Programmatischen Eckpunkte“ gestanden, sich aber durch ihre Vereinigung in diese Richtung geöffnet. Leider bleiben die Kriterien für eine Bewertung etwas undurchsichtig. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob beziehungsweise warum eine Zähmung von radikalen Strömungen durch den innerparteilichen Streit erreicht oder nicht erreicht wurde, wäre aufschlussreich gewesen. Dessen ungeachtet handelt es sich um eine akribische Arbeit, die am Beispiel der WASG wichtige Impulse für die Erforschung von Kleinparteien und ihrer Etablierung liefert.
Hendrik Claas Meyer (HCM)
M. A., Politikwissenschaftler und Soziologe, Universität Bayreuth.
Rubrizierung: 2.331 | 2.313 Empfohlene Zitierweise: Hendrik Claas Meyer, Rezension zu: Andreas M. Vollmer: Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative (WASG) Baden-Baden: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36434-arbeit--soziale-gerechtigkeit--die-wahlalternative-wasg_44449, veröffentlicht am 21.11.2013. Buch-Nr.: 44449 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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