Portal für Politikwissenschaft

Zukunftsfähig durch Regionsbildung?

Jörg Röber

Zukunftsfähig durch Regionsbildung? Institutionenbildung in politisch-administrativen Verflechtungsräumen

Opladen u. a.: Budrich UniPress Ltd. 2015; 289 S.; 36,- €; ISBN 978-3-86388-093-4
Politikwiss. Diss. Friedrichshafen; Begutachtung: E. Schröter, M. Röber. – Der Bodenseeraum gehört schon seit Längerem zu den Gebieten, die von der Politikwissenschaft und den ihr verwandten Disziplinen – im vorliegenden Fall die Verwaltungswissenschaft – in den Blick genommen werden. So begründet auch Jörg Röber, derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, die Wahl seines Untersuchungsgegenstandes mit der Tatsache, dass sich hier ein besonders dichtes und vielfältiges Geflecht aus unterschiedlichsten politischen und administrativen Netzwerken etabliert hat. Eben diese Kooperationsdichte wirft die Frage auf, wie die dem Territorialprinzip verpflichteten öffentlichen Aufgaben innerhalb eines bestimmten, grenzübergreifend konzipierten Raumausschnittes organisiert und vor allem reflektiert werden. Röber argumentiert auf der Basis eines sorgfältig durchdachten und theoretisch abgesicherten Konzepts. Als Folie für seine Analyse dient ihm der Regionen‑Begriff, wie er unter anderem von Peter Schmitt‑Egner vertreten wird. Ausgehend von einer Betrachtung der Ist‑Situation folgt eine dezidierte und durch Expertenbefragung abgesicherte Analyse der Kooperationskulturen auf der Fachebene. Dabei interessieren Röber vor allem die Werthaltungsmuster der Beteiligten und mögliche Rückkopplungen auf die jeweiligen Verwaltungskulturen. Von dieser Warte aus kann der Autor dann auf die ihn besonders interessierenden Entscheidungsprozesse rückschließen. Dass er das Bild einer in der jeweiligen nationalen Verwaltungskultur verhafteten politischen Elite zeichnet, deckt sich mit vergleichbaren Untersuchungen zu den Eurodistricten Basel und Strasbourg. Die daraus resultierenden Beharrungskräfte können aber durch die feststellbaren funktionalen Arrangements zumindest teilweise relativiert werden – Röber spricht hier von sich überschneidenden Werthaltungsmustern bei den administrativen Eliten. Dass diese möglichweise auf gemeinsam geteilten kulturellen Identitäten basieren, die die Bodenseeregion als (Sprach‑)Kulturraum konstituieren, kommt darüber etwas zu kurz.
Martin Schwarz, Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie (ISP) an der Universität Vechta.
Rubrizierung: 2.212.612.3252.42.53.1 Empfohlene Zitierweise: Martin Schwarz, Rezension zu: Jörg Röber: Zukunftsfähig durch Regionsbildung? Opladen u. a.: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38653-zukunftsfaehig-durch-regionsbildung_47174, veröffentlicht am 16.07.2015. Buch-Nr.: 47174 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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