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Factional Politics and Foreign Policy Choices in Cambodia-Thailand Diplomatic Relations, 1950-2014

Sok Udom Deth

Factional Politics and Foreign Policy Choices in Cambodia-Thailand Diplomatic Relations, 1950-2014

Online-Publikation 2014 (http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/deth-sok-udom-2014-07-10/PDF/deth.pdf); 306 S.
Diss. HU Berlin; Begutachtung: B. Rehbein, V. Houben. – Die Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha sind nicht erst seit dem Konflikt um die Tempelanlage von Prea Vihear zwischen 2008 und 2011 von Spannungen gekennzeichnet. Sok Udom Deth hat sich jenseits dieser jüngeren Entwicklung das Ziel gesetzt, die kambodschanisch‑thailändischen diplomatischen Beziehungen von 1950 bis 2014 umfassend zu analysieren. Im Fokus stehen dabei Wandel und Kontinuität sowie die Identifikation der hierfür verantwortlichen innen‑ und weltpolitischen Faktoren. In fünf Kapiteln gegliedert, beginnt er seine Analyse mit der Periode der Sangkum‑Organisation des Prinzen Sihanouk von 1955 bis 1970. Während dieser Zeit hätten sich beide Staaten von neutralen Nachbarn zu Gegnern entwickelt. Diese Entwicklung lasse sich erst dann begreifen, wenn die Beziehungen zwischen den beiden Staaten nicht als Interaktion zwischen unitären Akteuren, sondern „zwischen unterschiedlichen Gruppen im jeweiligen Land [gesehen werden], die Macht ausüben (oder um diese konkurrieren) und abhängig von ihren politischen Interessen und Ideologien die andere Seite entweder als Freunde oder Feinde wahrnehmen“ (39). Deth führt den Nachweis für dieses Argument in den folgenden Kapiteln von der Entstehung und dem Zusammenbruch der Republik Khmer über die Zeit der Herrschaft der Roten Khmer hin zur Phase der Volksrepublik nach 1975. Deren Beziehungen zu Thailand seien durch einen erneuten Anstieg von Spannungen geprägt gewesen, da der Einmarsch und die Militärpräsenz Vietnams in Kambodscha von Bangkok als direkte Bedrohung wahrgenommen worden seien. Im Einklang mit seinem Kernargument präsentiert Deth außerdem das innenpolitische Motiv eines Bündnisses der thailändischen Militärregierung mit China – seit 1979 entschiedener Gegner des mit Russland alliierten Vietnams – und dem sich daraus ergebenden Ende der chinesischen Unterstützung der Kommunistischen Partei Thailands. Auch in der im Abschluss betrachteten jüngeren Phase der Beziehungen zwischen beiden Staaten nach dem Ende des Kalten Krieges (1991‑2014) könnten – anders als von realistischen und konstruktivistischen Theorien angenommen – Faktoren wie die internationale Machtbalance oder der Nationalismus als Motive der wechselhaften Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha keine universelle Erklärungskraft entfalten. Zwar hätten beide Aspekte stellenweise eine Rolle gespielt, die entscheidende Bedeutung komme für die – vergangenen und zukünftigen – Beziehungen zwischen beiden Ländern jedoch innenpolitischen Erklärungen zu.
Christian Patz, M.A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften, Fachbereich Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Rubrizierung: 4.222.68 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Sok Udom Deth: Factional Politics and Foreign Policy Choices in Cambodia-Thailand Diplomatic Relations, 1950-2014 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39101-factional-politics-and-foreign-policy-choices-in-cambodia-thailand-diplomatic-relations-1950-2014_47325, veröffentlicht am 19.11.2015. Buch-Nr.: 47325 Rezension drucken

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