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Auseinandersetzungen in Erprobung des transzendentalpragmatischen Ansatzes

Karl-Otto Apel

Auseinandersetzungen in Erprobung des transzendentalpragmatischen Ansatzes

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998; 866 S.; 148,- DM; ISBN 3-518-58260-7
Der Beitrag Apels zur Philosophie besteht in der kommunikationstheoretischen Transformation der kantischen Transzendentalphilosophie: Apel will die Bedingungen der Möglichkeit sprachlichen Handelns freilegen. Im Übergang vom bewußtseinsphilosophischen zum sprachphilosophischen Paradigma faßt er auch das Medium des Philosophierens neu: statt der (monologischen) Reflexion tritt das (virtuelle) philosophische Gespräch in den Vordergrund. Diesem Konzept folgen auch die "Auseinandersetzungen": "Es geht sowohl um kritisch aneignende Interpretationen zeitgenössischer Positionen der Philosophie als auch um Konfrontationen dieser Positionen mit der von mir so genannten 'Transzendentalpragmatik'" (7). Die Mehrzahl der Beiträge beschäftigt sich mit theoretischer Philosophie; erst im letzten Viertel des Buches (609 ff.) kommen mit Ethik und kritischer Theorie habermasscher Provenienz Themenbereiche von (am Rande) politikwissenschaftlicher Relevanz ins Blickfeld. Inhalt: Das Problem der philosophischen Letztbegründung im Lichte einer transzendentalen Sprachpragmatik. Versuch einer Metakritik des "kritischen Rationalismus" (1976); Fallibilismus, Konsenstheorie der Wahrheit und Letztbegründung (überarbeitete Fassung von 1987); Warum transzendentale Sprachpragmatik? Bemerkungen zu H. Krings: "Empirie und Apriori. Zum Verhältnis von Transzendentalphilosophie und Sprachpragmatik" (1979); Faktische Anerkennung oder einsehbar notwendige Anerkennung? Beruht der Ansatz der transzendentalpragmatischen Diskursethik auf einem intellektualistischen Fehlschluß? (1990); Sprechakttheorie und transzendentale Sprachpragmatik zur Frage ethischer Normen (1976); Ist Intentionalität fundamentaler als sprachliche Bedeutung? Transzendentalpragmatische Argumente gegen Searles Rückkehr zum semantischen Intentionalismus der Bewußtseinsphilosophie (1990); Wittgenstein und Heidegger. Kritische Wiederholung und Ergänzung eines Vergleichs (1991); Sinnkonstitution und Geltungsrechtfertigung. Heidegger und das Problem der Transzendentalphilosophie (1989); Regulative Ideen oder Wahrheits-Geschehen? Zu Gadamers Versuch, die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit gültigen Verstehens zu beantworten (1996); Universale Prinzipien und partikulare (inkommensurable?) Entscheidungen und Lebensformen. Eine Auseinandersetzung mit Peter Winch über ein Problem der Ethik in der philosophischen Situation nach Kant und Wittgenstein (1990); Normative Begründung der "Kritischen Theorie" durch Rekurs auf lebensweltliche Sittlichkeit? Ein transzendentalpragmatisch orientierter Versuch, mit Habermas gegen Habermas zu denken (1990); Das Problem des offenen strategischen Sprachgebrauchs in transzendentalpragmatischer Sicht. Ein zweiter Versuch, mit Habermas gegen Habermas zu denken (1994); Auflösung der Diskursethik? Zur Architektonik der Diskursdifferenzierung in Habermas' Faktizität und Geltung. Dritter, transzendentalpragmatisch orientierter Versuch, mit Habermas gegen Habermas zu denken (Originalbeitrag).
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.2 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Karl-Otto Apel: Auseinandersetzungen in Erprobung des transzendentalpragmatischen Ansatzes Frankfurt a. M.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/8220-auseinandersetzungen-in-erprobung-des-transzendentalpragmatischen-ansatzes_10838, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10838 Rezension drucken

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