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Das dialogische Denken Antonio Gramscis

Giorgio Baratta

Das dialogische Denken Antonio Gramscis

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2003 (Philosophie und Geschichte der Wissenschaften 53); 251 S.; 40,40 €; ISBN 3-631-39834-4
Gramsci (1891-1937), Mitbegründer der italienischen kommunistischen Partei, wurde 1926 auf Befehl Mussolinis verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. In dieser Phase entstanden seine berühmten „Gefängnishefte", die trotz ihres fragmentarischen Charakters einen wesentlichen Einfluss auf die europäische Linke ausgeübt haben. Der Autor, Professor an der Universität Urbino, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Werk des italienischen Kommunisten. Das Buch versammelt verschiedene, im Rahmen dieser Auseinandersetzung verfasste, aber bislang überwiegend unveröffentlichte Essays, mit denen er einen Beitrag zur Interpretation des Werkes von Gramsci leisten will und auch die Aktualität seines Denkens sowie die Auswirkungen auf die zeitgenössische Wissenschaft verdeutlichen möchte. Die Arbeit ist nicht chronologisch geordnet. Das Denken Gramscis wird vielmehr in einzelnen, oft sehr kurzen Abschnitte anhand zentraler Begriffe und Leitmotive seiner Schriften entwickelt. Dabei setzt der Autor sowohl fundierte Kenntnisse von Gramscis Werk als auch seiner persönlichen Lebensumstände voraus. Damit ist das Buch nur für Fachleute gewinnbringend zu lesen, Einsteigern ist es hingegen nicht zu empfehlen. Aus dem Inhalt: 1. Vor Beginn der Hefte: „schöpferischer Volksgeist" 2. Volk, Nation, Masse im internationalen Horizont 3. Das Gespenst des Populismus 4. Der Rhythmus des Denkens in den Gefängnisheften 5. Was ist der Mensch? Notizen zu einer „Gelegenheitsphilosophie" 6. Engels, die Philosophie der Praxis und der Pragmatismus 7. Kultur, Technik, Ökonomie 8. Die amerikanische Hegemonie im 20. Jahrhundert 9. Antonio Gramsci in der Lerngesellschaft 10. Gramsci unter uns: Hall, Said, Balibar 11. Übersetzbarkeit und Kontrapunkt: Gramsci als europäischer Intellektueller
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.46 | 5.42 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Giorgio Baratta: Das dialogische Denken Antonio Gramscis Frankfurt a. M. u. a.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/9475-das-dialogische-denken-antonio-gramscis_23081, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23081 Rezension drucken

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