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Die Konsensfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft

Wilga Föste / Peter Janßen

Die Konsensfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft. Eine theoretische und empirische Analyse der Wirtschaftsordnung in Deutschland

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1999 (Schriftenreihe des Forschungsinstituts für Ordnungspolitik 1); 423 S.; kart., 88,- DM; ISBN 3-593-36252-X
Die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland beruht auf der Sozialen Marktwirtschaft als einem ausgewogenen Verhältnis von marktökonomischen Funktions- und sozialen Ausgleichsprinzipien. Doch angesichts der durch die Globalisierung verschärften Strukturmängel wie Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und Veränderung der sozialen Sicherungssysteme ist die Ausgewogenheit der Sozialen Marktwirtschaft in Gefahr. Deshalb fordern Föste/Janßen "eine Rekonstruktion der Sozialen Marktwirtschaft" (354). Für diese Erneuerung ist deren Konsensfähigkeit in der Bevölkerung Voraussetzung. Ob die gegenwärtige Wirtschaftsordnung noch auf diesem gesellschaftlichen Konsens beruht, untersuchen Föste/Janßen in ihrer theoretischen und empirischen Analyse mit solider Wissenschaftlichkeit. Ihre Untersuchungsergebnisse, erhoben im Oktober/November 1997, lassen aufmerken: Das Wertefundament der Sozialen Marktwirtschaft wie Freiheit, Verantwortung, Gleichheit und Gerechtigkeit stößt auf breite Akzeptanz in der Gesellschaft. Dennoch ist das Vertrauen in die konkret erlebte Politik und Wirtschaft gering. Es herrscht ein hohes Maß an Verunsicherung und Zukunftsangst. Die Einsicht, daß grundlegende Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft notwendig sind, besteht in der Bevölkerung. Eine Reformbereitschaft ist vorhanden, sofern der einzelne ein Mindestmaß an Sicherheit und Reformerfolg erkennen kann. "Dem Staat und der Politik wird allerdings die ordnungspolitische Kompetenz bei der Lösung der Problemstellungen abgesprochen" (279). Ob damit eine Wiederherstellung der Sozialen Marktwirtschaft trotz ihrer hohen Konsensfähigkeit möglich ist, bleibt abzuwarten. Föste/Janßen betonen deshalb, daß der Reformbegriff wieder einen positiven Bedeutungsinhalt zurückgewinnen muß. "Notwendig ist ein 'Neuer Konsens' über die Wirtschaftsordnung, der auf dem Wertefundament der Sozialen Marktwirtschaft beruht" (354 f.). Aus dem Inhalt: B. Die theoretische Analyse: Das Ordnungsleitbild der Sozialen Marktwirtschaft: 3. Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft; 4. Die gesellschaftlichen Werte in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft; 5. Die Institutionalisierung der Werte in der Sozialen Marktwirtschaft. D. Die Konsensfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft: Die Datenauswertung: 8. Reformnotwendigkeit und Reformbereitschaft in Wirtschaft und Gesellschaft; 9. Die Akzeptanz der Grundwerte; 10. Die Bewertung konkreter ordnungspolitischer Problemsituationen; 11. Die ordnungspolitischen Konsequenzen: Der 'Neue Konsens' und die Rekonstruktion der Sozialen Marktwirtschaft.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.3 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Wilga Föste / Peter Janßen: Die Konsensfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft. Frankfurt a. M./New York: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/9998-die-konsensfaehigkeit-der-sozialen-marktwirtschaft_11822, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11822 Rezension drucken

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