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Reinhard Höppner

Acht unbequeme Jahre. Innenansichten des Magdeburger Modells

Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag 2003; 224 S.; geb., 18,- €; ISBN 3-89812-175-5
Die Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt - zunächst von SPD und Grünen (1994-1998), anschließend von der SPD allein (1998-2002) gebildet - wurde von einer lebhaften, kontroversen Diskussion begleitet. Die öffentliche Debatte kreiste dabei um die Frage, welche Rolle der PDS in dieser Konstellation zukam, während die Politikwissenschaft stärker die Minderheitsregierung als für die Bundesrepublik ungewöhnliches Modell analysierte. Nun, nach der verlorenen Landtagswahl, legt der damalige Ministerpräsident seine Sicht seiner acht Jahre dauernden Regierungszeit vor. Höppner schildert den Prozess der Koalitionsbildung 1994 und 1998, berichtet über den Alltag der Koalitionsarbeit und wichtige Entscheidungen, auch Fehlentscheidungen der Landesregierung. Leitmotiv seiner Darstellung ist die besondere Rolle Sachsen-Anhalts: Beide Minderheitsregierungen haben, so Höppner, durch ihren eigenständigen, vielleicht auch eigenwilligen Weg einen Beitrag zur deutschen Einheit geleistet. Insbesondere die innerparteiliche Auseinandersetzung über die Entscheidung für die Minderheitsregierung nach der Landtagswahl 1998 sei „zu einer Machtfrage zwischen Bonn und Magdeburg geworden" und somit auch zu einer „Frage ostdeutschen Selbstbewusstseins" (99).
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Reinhard Höppner: Acht unbequeme Jahre. Halle (Saale): 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/18672-acht-unbequeme-jahre_21654, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21654 Rezension drucken