Gottlob Ernst Schulze

Aenesidemus oder über die Fundamente der von dem Herrn Professor Reinhold in Jena gelieferten Elementar-Philosophie. Nebst einer Verteidigung des Skeptizismus gegen die Anmaßungen der Vernunftkritik. Hrsg. von Manfred Frank

Hamburg: Felix Meiner Verlag 1996; LXXXII, 307 S.; 96,- DM; ISBN 3-7873-1280-3
Von dem antiken Skeptiker Aenesidemos entlieh Gottlob Ernst Schulze, der Lehrer Schopenhauers, das Pseudonym, als er 1792 seine Auseinandersetzung mit der Philosophie Reinholds veröffentlichte. Skeptisch war sein Umgang mit Reinholds Denken auch; Reinholds Versuch, sein philosophisches System in Fortentwicklung des Kantischen Ansatzes aus einem obersten Grundsatz abzuleiten, wurde von Schulze äußerst kritisch aufgenommen. So geriet auf indirektem Wege auch die Philosophie Kants in Schulzes Visier, was wiederum Fichte zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Kantischen Transzendentalphilosophie veranlaßte und ihn damit erst zu seinem eigenen System finden ließ. Es ist nicht zuletzt diese Ausstrahlung auf den Deutschen Idealismus, aber auch auf die Romantik, der Schulzes Schrift ihre geistesgeschichtliche Bedeutung verdankt. Deshalb ist es ein Gewinn, wenn der Verlag den seit 1969 nicht mehr nachgedruckten Text in einer sorgfältigen Edition und mit einem ausführlichen und informativen Einführungstext von Manfred Frank versehen wieder zugänglich macht. Inhalt: Von Manfred Frank (IX-LXXVIII). Der Verfasser des Aenesidemus; Die Aufnahme des Aenesidemus durch die Zeitgenossen; Der historische Kontext des Aenesidemus: Reinholds Elementarphilosophie; Jacobis Zweifel; Maimons absolut-idealistische Konsequenz; Aufbau und Gliederung des Aenesidemus- eine Argumentations-Skizze; Die Kritik an Reinholds Theorie des Selbstbewußtseins; Zum Text der vorliegenden Ausgabe. Bibliographie (LXXIX-LXXXII). Gottlob Ernst Schulze: Aenesidemus oder über die Fundamente der von dem Herrn Professor Reinhold in Jena gelieferten Elementar-Philosophie. Inhaltsanzeige (synoptische Übersicht) (2-7); Vorrede (8-10); Erster Brief. Hermias an Aenesidemus (11-20); Zweiter Brief. Aenesidemus an Hermias (21-37); Dritter Brief. Aenesidemus an Hermias (38-41); Einige Bemerkungen über die Fundamente der von dem Herrn Prof. Reinhold in Jena gelieferten Elementar-Philosophie (43-44); Vorbericht. Über die Bestimmung und die wesentlichen Eigenschaften einer Elementar-Philosophie (45-50); Fundamental-Lehre der Elementar-Philosophie. Nach der neuen Darstellung derselben in den Beiträgen zur Berichtigung bisheriger Mißverständnisse der Philosophen (51-83); Eine Verteidigung des Skeptizismus gegen die Anmassungen der Vernunftkritik. Kurze Darstellung des Humischen Skeptizismus (84-89); Welches ist nach der Kritik der reinen Vernunft die Quelle und der Wert der notwendigen synthetischen Urteile? (90-95); Von den Grenzen des Gebrauchs der Begriffe und Grundsätze der Kausalität nach der Vernunftkritik (96-98); Ist Hume's Skeptizismus durch die Vernunftkritik wirklich widerlegt worden? (98-129). Fundamental-Lehre der Elementar-Philosophie (Fortsetzung): 4. §§ IX.-XIV. (131-192); 5. §§ XV.-XVII. (192-214); 6. §§ XVIII.-XX. (215-226); 7. §§ XXI.-XXVIII. (226-234); 8. Theorie des Bewußtseins. §§ XXIX.-XXXII. (235-245); 9. Theorie des Erkenntnisvermögens überhaupt. §§ XXXIII.-XXXVI. (246-264). Vierter Brief. Hermias an Aenesidemus (265-269); Fünfter Brief. Aenesidemus an Hermias (270-301). Anmerkungen. Von Arthur Liebert (303-307).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Gottlob Ernst Schulze: Aenesidemus oder über die Fundamente der von dem Herrn Professor Reinhold in Jena gelieferten Elementar-Philosophie. Hamburg: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/3124-aenesidemus-oder-ueber-die-fundamente-der-von-dem-herrn-professor-reinhold-in-jena-gelieferten-elementar-philosophie_4104, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4104 Rezension drucken

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