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Eckart Elsner / Erika Schulz (Hrsg.)

Alterung und Arbeitsmarkt

Norderstedt: Books on Demand 2008 (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Demographie 3); 212 S.; 13,90 €; ISBN 978-3-8370-3664-0
In dem Band werden die Ergebnisse der Jahrestagung 2007 der Deutschen Gesellschaft für Demographie zu dem Thema „Alterung und Arbeitsmarkt“ präsentiert. Gesamteuropäisch ist ein Trend der Alterung der Bevölkerungen zu verzeichnen, der von niedrigen Geburtenraten flankiert wird. Bereits in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren, so stellen die Herausgeber in ihrem Vorwort klar, wird es deshalb zu merklichen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt und in den sozialen Sicherungssystemen kommen. Die Konsequenzen des demografischen Wandels auf die Personalstrukturen der Bundesverwaltung untersuchen Frank Micheel, Andreas Ette und Manfred Scharein. Sie prognostizieren, wie sich die Zahl der Beschäftigten differenziert nach Laufbahngruppen bis 2020 bei gleichen Übergangsquoten in den Ruhestand entwickeln würde. Die Autoren berechnen, dass vor allem der Anteil der mittleren Altersgruppe (35–49 Jahre) an den Beschäftigten um 12,4 Prozent abnehmen wird. Die damit heute größte Altersgruppe wird 2020 von den über Fünfzigjährigen abgelöst. Allgemein folgern die Verfasser, dass es zu einer „verstärkten Konkurrenzsituation zwischen privaten und öffentlichen Arbeitgebern“ (42) um das Personal kommen wird und es in den nächsten Jahren zentral um Wissenstransfer zwischen den Altersgruppen sowie eine Anpassung der Vergütungsstrukturen gehen müsse. Andreas Ebert und Jochen Kundinger untersuchen, in welchen Berufsgruppen eher ein Verbleiben Älterer zu erkennen ist und welche Arbeitsbedingungen eher ein frühzeitiges Ausscheiden bewirken. Ihr Ergebnis, dass die Anteile älterer Beschäftigter in Berufen mit hoher körperlicher Beanspruchung eher gering sind, ist nicht überraschend. Doch es differenziert die allgemeine Diskussion. Ebert und Kundinger halten in ihrem Fazit fest: „Davon, dass eine Erhöhung der Regelaltersgrenze automatisch einen längeren Verbleib Älterer in Beschäftigung zur Folge hätte, ist […] nicht auszugehen“ (78). Zudem sei ein Trend zu besseren Arbeitsplätzen gerade durch die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft nicht erkennbar, vielmehr sei eine „zunehmende Verbreitung von Altersbelastungen zu verzeichnen“ (79).
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Eckart Elsner / Erika Schulz (Hrsg.): Alterung und Arbeitsmarkt Norderstedt: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31380-alterung-und-arbeitsmarkt_37348, veröffentlicht am 11.11.2009. Buch-Nr.: 37348 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken