Maria Juliana Dorn

Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement. Eine vergleichende Analyse außenpolitischer Kommunikation in sicherheitspolitischen Spannungsfeldern westlicher Demokratien seit dem Ende des Kalten Krieges

Online-Publikation 2008 (http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2008/1197/pdf/Maria_Dorn.pdf); 223, XLIX S.
Diss. phil. Passau. – Immer wieder komme es bei außenpolitischen Aktivitäten von Staaten und im internationalen Konfliktmanagement zu Missverständnissen und Konflikten, weil nicht angemessen kommuniziert werde. Gleichzeitig sehen sich Staaten vor neue Aufgaben gestellt – gelte es doch, nicht nur von Staatschef zu Staatschef zu sprechen, sondern auch mit transnationalen Wirtschaftsakteuren oder Umwelt- oder Menschenrechtsgruppen zu kommunizieren; eine weitere neue kommunikative Herausforderung stelle der internationale Terrorismus dar. Die Autorin verengt allerdings dieses von ihr skizzierte Szenario wieder auf die Ebene der Staats- und Regierungschefs westlicher Demokratien und Russlands und fragt nach deren außenpolitischer Kommunikation. Als Fallstudien herangezogen werden der US-Militäreinsatz auf Haiti unter Clinton, der Einmarsch in den Irak unter Bush, das Konfliktmanagement im Kosovo unter Schröder, die Entsendung von Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan, der Tschetschenien-Krieg unter Jelzin und die Georgien-Krise unter Putin. Die Untersuchungsergebnisse fallen äußerst vorsehbar aus. Die Autorin bescheinigt Schröder und Fischer im Falle des Kosovo einen Kommunikationsstil, der „von einem großen Engagement und ausgeprägtem Gestaltungswillen“ (136) gekennzeichnet gewesen sei. Als Mittel, so der Befund weiter, setzten sie u. a. Telefonate sowie Staatsbesuche ein und nutzen die Foren internationaler Organisationen. Clinton dagegen habe sich in der Haiti-Krise durch eine unklare Prioritätensetzung und einen unentschlossenen Führungsstil ausgezeichnet – eine Einschätzung, die die Autorin aus anderer Literatur zitiert. Nicht überraschend sind auch die Aussagen zu Bush (Inanspruchnahme aller seiner Kompetenzen), Jelzin („Unwille zur friedlichen Lösung“, 183) und Putin (provokativer Kommunikationsstil). Im Ergebnis meint die Autorin, dass zur erfolgreichen Lösung internationaler Aufgaben und Krisen die Kommunikation nicht nur Mittel zur Information sein dürfe, sondern als Krisenmanagement verstanden werden müsse.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.2 | 4.21 | 4.22 | 4.41 | 2.62 | 2.63 | 2.64 | 2.65 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Maria Juliana Dorn: Außenpolitische Kommunikation und Konfliktmanagement. 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30395-aussenpolitische-kommunikation-und-konfliktmanagement_36081, veröffentlicht am 18.02.2009. Buch-Nr.: 36081 Rezension drucken

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