Celal Bayari

Australian Economy and Neo-Liberalism. Manufacturing, Trade and Bilateral Links with Japan in the Post-Keynesian Age

Wien/Berlin: Lit 2012 (Global Cultural and Economic Research 10); 230 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-90227-6
„The book analyses the neo‑liberal deregulation history in Australia and its interaction with foreign investment, specifically from Japan” (8). – Das im Titel und zur Darlegung des Ziels verwendete Wort Neoliberalismus benutzt Celal Bayari als Synonym für die staatliche Deregulierung des Marktes, diskutiert diesen umstrittenen und in der Wissenschaft nicht eindeutig definierten Begriff in seiner Einleitung jedoch nicht genauer. Seiner empirischen Analyse stellt er zwei Theoriekapitel voran, in denen er ökonomische Überlegungen zu den Themen Markt und Marktwirtschaft sowie dem Verhältnis von Markt und Wirtschaft (Kapitel 2) präsentiert. Anschließend beschäftigt er sich mit den Schriften und politischen Bemühungen von John Maynard Keynes (Kapitel 3), der sich für eine Interaktion zwischen Staat und Markt aussprach. Darauf aufbauend untersucht Bayari im empirischen Teil die Effizienz der australischen Industrie, den Export von produzierten Waren sowie die Entwicklung der Produktion. Hierbei konzentriert er sich vorrangig auf den Bereich der manuell hergestellten Waren sowie die japanischen Investitionen. Bayari konstatiert, dass in Australien zwar eine freie, neoliberale Marktwirtschaft proklamiert werde, tatsächlich subventioniere die Regierung aber viele Bereiche und versuche, Bedingungen für ein gutes Wirtschaften zu schaffen. So werden beispielsweise Infrastrukturmaßnahmen – wie der Bau von Häfen und Straßen – öffentlich finanziert. Auch Japan, der größte Handelspartner Australiens, habe auf der Grundlage von bilateralen Handelsabkommen viele Investitionen getätigt und damit die Wirtschaft maßgeblich geprägt. Bayari schlussfolgert, dass der australische Markt zwar auch von ausländischem Privatkapital lebt(e), ohne den Staat könne er aber nicht funktionieren, weil dieser zum einen die einzige Institution sei, die die Wirtschaftsordnung rechtlich bewahren und garantieren könne, und er zum anderen selbst in den Markt interveniere und so seine Bedingungen und Vitalität sichere.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.66 | 2.2 | 2.22 | 4.22 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Celal Bayari: Australian Economy and Neo-Liberalism. Wien/Berlin: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36946-australian-economy-and-neo-liberalism_44154, veröffentlicht am 10.04.2014. Buch-Nr.: 44154 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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