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Alexandra Klein

Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg. Wahlbeteiligung, Wahltypen und Sozialprofil

Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer 2014; 253 S.; kart., 39,90 €; ISBN 978-3-17-024146-6
Diss. Tübingen; Begutachtung: H.‑G. Wehling, J. Schmid. – Bürgermeisterwahlen scheinen ein ergiebiges, aber nach wie vor seltenes Sujet der Politikwissenschaft zu sein. Mit einigen jüngst vorgelegten Untersuchungen (siehe Buch‑Nr. 43582, 39883, und 45361) zeigt sich jedenfalls, dass allein die Menge an verfügbaren sowie leicht zu erhebenden Zahlen der Forschung verschiedenste Perspektiven bietet. Diese ermöglichen einen Einblick in die Lage der Demokratie im Lokalen. Alexandra Kleins Dissertation zu den Bürgermeisterwahlen in Baden‑Württemberg ist dafür ein gutes Beispiel. Die schiere Masse der vorgestellten Informationen beeindruckt, sie reichen von der Wahlbeteiligung, dem Sozialprofil, der Parteibindung, den Erfolgschancen einer (Wieder‑)Wahl im ersten oder zweiten Wahlgang bis zu den Unterschieden zwischen großen und kleinen Städten. Bei den vielen daraus gewonnenen Einzelergebnissen fällt es zuweilen schwer, immer einem roten Faden zu folgen. Doch das ist auch keineswegs erforderlich, denn diese Ausarbeitung bietet eine solide und fundierte Darstellung der Stellung des Amtes (auch im Vergleich der Länder), des aktuellen Profils der Amtsinhaber und der Umstände ihrer Wahl. Dabei hat die Autorin auch nicht die vom dominanten Typus abweichenden Beispiele aus dem Blick verloren, sondern reichert ihre Darstellung damit zusätzlich an. Die insgesamt aufgenommenen Beobachtungen, die in der kurzen abschließenden Diskussion der Ergebnisse dargelegt werden, zeigen an, dass es einige Punkte gibt, die in Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Demokratie aufhorchen lassen müssen: Die Unabhängigkeit der Amtsinhaber wirkt sich schädlich auf die Wahlbeteiligung aus. Unvermindert bewerben sich Frauen unterdurchschnittlich oft um solche Positionen, und sie sind überaus selten darin vertreten, obwohl sie „die Mehrzahl der Absolventen der Hochschulen für öffentliche Verwaltung in Baden‑Württemberg“ (229) stellen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft der Amtsinhaber eher geschwunden, für mehr als zwei Amtszeiten zur Verfügung zu stehen. Gerade weil es sich um die „herausragende Spitzenposition im kommunalpolitischen System“ (50) handelt, deuten somit einige Faktoren auf ein wachsendes Problem der qualifizierten Rekrutierungsfähigkeit im kommunalen Bereich hin.
Stephan Klecha (SKL)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen.
Rubrizierung: 2.325 Empfohlene Zitierweise: Stephan Klecha, Rezension zu: Alexandra Klein: Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg. Stuttgart: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/37162-buergermeisterwahlen-in-baden-wuerttemberg_45441, veröffentlicht am 05.06.2014. Buch-Nr.: 45441 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken