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Yih-chyi Chuang / Simona Thomas (Hrsg.)

China and the World Economy. China's Economic Rise after Three Decades of Reform

Berlin: Lit 2010 (Berliner China-Hefte 37); 156 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-99922-1
„China will inevitably become the largest economy in the world.“ (3) Anhand der Auswertung ökonomischer Daten belegt Chuang in einem der aufschlussreichen Beiträge dieses Bandes nicht nur, dass China sich bis zum Jahr 2030 zur weltweit größten Volkswirtschaft, sondern bereits in naher Zukunft zum weltweit größten Exporteur entwickeln wird. Der Autor führt den wirtschaftlichen Erfolg des Landes auf die Transformation von der Plan- zur Markwirtschaft und seine hohen Kapitaleinlagen in Verbindung mit signifikanten ausländischen Direktinvestitionen zurück. Er verweist aber auch auf große Probleme wie die regionale Disparität und den aufgrund verlustreicher Staatsbetriebe und Banken defizitären Haushalt. Chuang fordert daher weitergehende Finanzreformen und die Implementierung sozialer Wohlfahrtsprogramme. In Bezug auf die globalen Implikationen des Aufstiegs der Wirtschaftsmacht China hebt Chuang die beschleunigende Wirkung auf die ökonomische Integration Asiens hervor. Allerdings sollte sich die asiatische Wirtschaft als Lehre aus der weltweiten Finanzkrise nach seiner Vorstellung von einem Hersteller billiger Massenkonsumgüter zu einem Konsumenten der eigenen Massenproduktion entwickeln. Einem gänzlich anderen Blickwinkel folgt beispielsweise Björn Alpermann. Er analysiert die Regierung des ländlichen Raumes in China und erkennt die Anwendung althergebrachter Konzepte. Dazu zählen die ideologische Schulung von Beamten, die Entsendung gebildeter junger Menschen in die Provinzen und organisatorische Verbesserungen. Alpermann hält diese politische Linie – diese Maßnahmen in Verbindung mit dem staatlichen Modernisierungsprogramm „Building a New Socialist Countryside“ (105) – für Erfolg versprechend. Der Autor geht davon aus, dass durch von oben verordnete Maßnahmen ohnehin keine umfassende Lösung erzielt werden kann. Es gehe vielmehr darum, konkreten Interessen und Problemstellungen auf lokaler Ebene gerecht zu werden. Der Band wird durch die Zusammenfassung der Beiträge verschiedener Konferenzen und die Rezensionen relevanter Neuerscheinungen zum Thema China ergänzt.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.68 | 4.43 | 4.45 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Yih-chyi Chuang / Simona Thomas (Hrsg.): China and the World Economy. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32848-china-and-the-world-economy_39236, veröffentlicht am 02.02.2012. Buch-Nr.: 39236 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken