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Olaf Schwennesen

China sticht in See. Die Spratly-Inseln als Konfliktherd im Südchinesischen Meer

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1996 (Kieler Schriften zur politischen Wissenschaft 8); 123 S.; 49,- DM; ISBN 3-631-30737-3
Die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer sind zwischen der Volksrepublik China, Taiwan, Vietnam, den Philippinen, Malaysia und Brunei sowohl wegen der in dieser Gegend vermuteten Rohstoffvorkommen als auch wegen ihrer geostrategischen Lage umstritten. Neben China hat auch Vietnam einige der Inseln besetzt. Das Konfliktpotential in dieser Region ist deshalb erheblich. Selbst die Gefahr militärischer Auseinandersetzungen ist nicht von der Hand zu weisen. In der sehr informativen Studie werden der Konflikt und seine Rahmenbedingungen erläutert, darüber hinaus gibt der Autor eine Prognose über den mittelfristigen Verlauf des Konflikts. Neben der Darstellung der historischen Ansprüche der verschiedenen Länder und des völkerrechtlichen Hintergrunds bildet die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer gewaltsamen Austragung des Konflikts einen weiteren Schwerpunkt der Untersuchung. Schwennesen macht deutlich, daß der Schlüssel für den weiteren Konfliktverlauf in Peking liegt. Die ungeklärte innenpolitische Situation in China begrenzt seiner Meinung nach vorerst die Wahrscheinlichkeit, daß es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen wird. Sollten sich die optimistischen Schätzungen der Chinesen über die Rohstoffvorräte im Gebiet der Spratly-Inseln bewahrheiten, dürfte das Konfliktpotential jedoch wieder deutlich steigen.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.22 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Olaf Schwennesen: China sticht in See. Frankfurt a. M. u. a.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/2923-china-sticht-in-see_3830, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 3830 Rezension drucken