Skip to main content
Gunther Hauser / Franz Kernic (Hrsg.)

China: The Rising Power

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009; 215 S.; pb., 39,- €; ISBN 978-3-631-58269-5
Den Autoren der vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur geförderten und durch das Verteidigungsministerium im Jahr 2007 angestoßenen Publikation geht es darum, den Transformationsprozess des chinesischen Staates zu einer der neuen Weltmächte zu beschreiben und zu illustrieren, wie sich dieser insbesondere auf die Beziehungen Chinas zu anderen Staaten auswirkt. Heinrich Kreft untersucht die Beziehungen zwischen China und Indien. Einleitend schildert er kurz die Geschichte der chinesisch-indischen Beziehungen, die sich zwar seit den 60er-Jahren deutlich verbessert haben, jedoch, so der Autor, nach wie vor einen Balanceakt darstellten. So konstatiert Kreft zwar einerseits wachsende Verflechtungen und Kooperationen zwischen den Ländern, andererseits betont er aber auch globale Ambitionen beider und in diesem Zusammenhang auch ihre fortgesetzte Rivalität. Dies führt der Autor beispielsweise an der Frage der Energiesicherheit aus. In Kasachstan, Angola oder Ecuador hätten China und Indien um Energie- oder Ölkonzerne konkurriert, wobei China jedes Mal als Sieger hervorgegangen sei. Im Bereich der Infrastruktur reagiere Indien auf das chinesisch-pakistanische Hafenprojekt in Gwadar mit einem kooperativen Hafenprojekt im Iran. Besonders diffizil werden zukünftig die Grenzfragen zwischen Indien und China bleiben, so Kreft. Xiudian Dai betrachtet die Beziehungen Chinas und der Europäischen Union. Der Autor ist der Auffassung, dass die Institutionen der EU nicht über die notwendige Konsistenz verfügen, um den komplexen Anforderungen „bilateraler“ Beziehungen zwischen der EU und China gerecht zu werden: „Both the arms embargo case and the ‚bras war‘ show that voices from the member state level are equally, if not more important than policies and strategies at the European level to determining EU external relations“ (83). Zudem identifiziert Dai einen weiteren wesentlichen Einflussfaktor: die USA. So sei die Aufhebung des EU-Embargos gegen China vor allem an Einwänden der USA gescheitert. Dies illustriere, dass sich die Beziehungen der EU zu China auch weiterhin nur „im Schatten“ der traditionellen transatlantischen Beziehungen entwickeln werden, so der Autor.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.22 | 2.68 | 2.21 | 3.6 | 4.43 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Gunther Hauser / Franz Kernic (Hrsg.): China: The Rising Power Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32132-china-the-rising-power_38328, veröffentlicht am 04.05.2010. Buch-Nr.: 38328 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken