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Hans-Joachim Veen (Hrsg.)

Christlich-demokratische und konservative Parteien in Westeuropa 5. Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Europäische Demokratische Union (EDU), Europäische Volksunion

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2000 (Studien zur Politik 31); 570 S.; 49,80 DM; ISBN 3-506-79351-9
Eine Dokumentation und Analyse der christlich-demokratischen (C-Parteien) und konservativen Parteien Westeuropas fehlte bis 1983. Daher startete die Konrad-Adenauer-Stiftung vor über 15 Jahren ein langfristiges Forschungsprojekt, das in einer (länder-)vergleichenden Parteienanalyse eben diese geistig-ideologisch verwandten Parteien weitgehend einheitlich und systematisch nach folgenden Kriterien erfasste: 1. ihren historischen Wurzeln und wesentlichen Entstehungssträngen, 2. ihren Organisations- sowie Mitglieder- und Funktionärsstrukturen, 3. ihren weltanschaulichen Grundlagen und ihrer Programmatik, 4. ihrem politisch-parlamentarischen Handeln in der Opposition und in der Regierung, 5. ihrer Fähigkeit zur Integration von gesellschaftlichen Konfliktlinien. Mit der nun komplettierten fünfbändigen Reihe gelang es so, die Lücke zu schließen und einen wichtigen Beitrag zur Parteienforschung zu liefern. Befassten sich die ersten vier Bände noch ausschließlich mit einer Analyse der bürgerlichen Parteien in einzelnen Ländern (Deutschland und Österreich 1983; Großbritannien und Frankreich 1983; Italien und Griechenland 1991; Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark 1994), so stellt der fünfte Band einerseits die Parteien der verbleibenden Länder vor und widmet sich andererseits der übergreifenden Fragestellung "nach dem Vertiefungspotential der Parteienbünde [gemeint sind die europäischen Dachorganisationen der christlich-demokratischen und der konservativen Parteien Westeuropas: Europäische Demokratische Union - EDU und Europäische Volkspartei - EVP] und idealiter nach der Chance eines einzigen christlich-demokratischen und konservativen Parteienbundes in Europa" (17). Als ein Fazit zu dieser Fragestellung wird auf einen Gesamttrend hingewiesen, wonach die "Parteienzusammenarbeit quantitativ und qualitativ der staatlichen Integration und Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft folgte" (31). "Die wachsende Anzahl von Doppelmitgliedschaften in EVP und EDU sowie die programmatische Öffnung der EVP lassen die Existenz zweier politischer Zusammenschlüsse innerhalb der einen christlich-demokratischen und konservativen Parteifamilie immer fragwürdiger erscheinen. Das grobe Fernziel sollte eine große Europäische Volkspartei sein, in der alle bürgerlichen Volksparteien Europas zusammenarbeiten." (34) Durch die in sich abgeschlossenen Analysen zu den einzelnen Ländern und vor allem eine ausführliche Einleitung, in der die wesentlichen Grundlinien und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede aller in den fünf Bänden untersuchten Parteien zusammenfassend dargelegt werden, eignet sich dieses Buch auch zur Lektüre, ohne die anderen Bände zu kennen. Die Autoren sind größtenteils Wissenschaftler (Urs Altermatt, Ludger Gruber, Christian Koecke, Norbert Lepszy, Karl Michael Schroen, Hans-Joachim Veen, Wichard Woyke) und/oder Praktiker (wie etwa Thomas Jansen, ehemaliger Generalsekretär der EVP und Klaus Welle, der amtierende EVP-Generalsekretär oder Andreas Khol, Obmann des Parlamentsklubs der ÖVP und Alexis Wintoniak, Exekutivsekretär der EDU). Sie lassen sich überwiegend dem christlich-demokratischen Spektrum zuordnen, was einerseits fundierte Einblicke ermöglicht, aber andererseits auch an einigen Stellen durch entsprechende normative Aussagen die wissenschaftliche Distanz in Frage stellt.
Karsten Rudolf (KRu)
Dr.
Rubrizierung: 2.61 | 2.22 | 2.5 Empfohlene Zitierweise: Karsten Rudolf, Rezension zu: Hans-Joachim Veen (Hrsg.): Christlich-demokratische und konservative Parteien in Westeuropa 5. Paderborn u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/3404-christlich-demokratische-und-konservative-parteien-in-westeuropa-5_4482, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4482 Rezension drucken