Roman Loimeier (Hrsg.)

Die islamische Welt als Netzwerk. Möglichkeiten und Grenzen des Netzwerkansatzes im islamischen Kontext

Würzburg: Ergon 2000 (Mitteilungen zur Sozial- und Kulturgeschichte der islamischen Welt 9); 515 S.; brosch., 39,88 €; ISBN 3-933563-80-1
Die Idee für den Sammelband wurde auf der Jahrestagung der "Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient" 1997 geboren, als der Vorschlag, den Netzwerkbegriff für die Islamwissenschaft zu nutzen, auf so fruchtbaren Boden fiel, dass aus dem ursprünglich geplanten Panel fünf Arbeitskreise gebildet werden mussten. Im Sammelband werden nicht nur die Tagungsbeiträge veröffentlicht; gezielt wurden interdisziplinäre Beiträge dazu eingeworben. "Der Sammelband sollte so nicht nur eine islamwissenschaftliche Perspektive zum Netzwerkbegriff, sondern eben auch politikwissenschaftliche, geographische und ethnologische Forschungsansätze und Überlegungen präsentieren und damit die Möglichkeit einer fächerübergreifenden Diskussion einer Methode erproben, die verspricht, bestehende Forschungsansätze in unterschiedlichen Disziplinen sinnvoll zu ergänzen und weiterzuführen." (13) Aus dem Inhalt: I. Der Netzwerkansatz in islamischen Gesellschaften: Fragestellungen und Perspektiven, Möglichkeiten und Grenzen: Cilja Harders: Dimensionen des Netzwerkansatzes: Einführende theoretische Überlegungen (17-51); Stefan Reichmuth: "Netzwerk" und "Weltsystem". Konzepte zur neuzeitlichen "Islamischen Welt" und ihrer Transformation (53-86); Bernhard Streck: Grenzen im Netzwerk. Für eine multiperspektivische Betrachtung gesellschaftlicher Verhältnisse (87-100); Roman Loimeier: Ist Fußball unislamisch? Zur Tiefenstruktur des Banalen (101-119); Raoul Motika: Islamische Netzwerke im Aserbaidschan der neunziger Jahre (121-134). II. Texte und Biographien als Grundlage für Netzwerkanalyse in islamischen Gesellschaften: Franz Kogelmann: Muhammad al-Makk? an-N?sir? alias Sindbad der Seefahrer. Networking eines marokkanischen Nationalisten in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts (257-286). III. Räume als Grundlage für Netzwerkanalyse in islamischen Gesellschaften: Rüdiger Lohlker: Mosheen im Äther. Islamische Gemeinschaften und das Internet (311-327). IV. Formen gesellschaftlicher Partizipation im Rahmen von Netzwerkaktivitäten: Heidi Wedel: Informelle Netzwerke und politische Partizipation von Frauen in informellen Siedlungen in Istanbul (383-398); Horst Unbehaun: Strategien politischer Partizipation innerhalb von Klientelsystemen in einem türkischen Tourismuszentrum (399-413); Elke Faust: Islamische Bewegungen und Netzwerke. Das Beispiel der Tabl?gh? Jam?'at (431-443); Martina Kamp: Philanthropie als Partizipation. Die bürgerliche Frauenbewegung im vorrevolutionären Irak (461-476); Brigitte Rieger: Wohltätigkeit als Instrument der Politik. Das soziale Netz der libanesischen Hizb All?h (477-499).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.2 | 2.23 | 2.22 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Roman Loimeier (Hrsg.): Die islamische Welt als Netzwerk. Würzburg: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/15519-die-islamische-welt-als-netzwerk_17686, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17686 Rezension drucken

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