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Peter Altmiks (Hrsg.)

Die optimale Währung für Europa? Segen und Fluch des Euro

München: Olzog 2011; 138 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-7892-8333-8
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 9. Februar 1998 warnten 155 Wirtschaftswissenschaftler in einem gemeinsamen Aufruf, dass der Euro-Stabilitätspakt die Stabilität der neuen Gemeinschaftswährung nicht ausreichend sichern werde. Über zehn Jahre danach hat sich diese Einschätzung bewahrheitet. Der Euro ist nach der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Rezession ebenfalls in eine Krise geraten und viele hegen Zweifel, ob eine gemeinsame Währung und eine gemeinsame Geldpolitik für einen sozioökonomisch heterogenen Raum wie die Euro-Zone nicht von Anbeginn zum Scheitern verurteilt war. Um diese Frage kreisen die Beiträge des Sammelbandes, der aus einer von der Friedrich-Naumann-Stiftung organisierten Konferenz hervorgegangen ist. In der Analyse der Eurokrise stimmen die Autoren mit den frühen Euro-Kritikern von 1998 überein. Entscheidend für die Entstehung der Euro-Krise sei das Fehlen einer automatischen Sanktionsanwendung bei mangelnder Haushaltsdisziplin vonseiten der Einzelstaaten. Die derzeitige Krise sei als eine Verschuldungskrise zu begreifen. Verantwortlich sei, so der Grundtenor, weniger die globale Finanzwirtschaft als vielmehr die kurzfristigen Machtinteressen „der Politiker“ (13), die mit zu hohen Sozialleistungen und Renten sowie dem Verzicht auf notwendige Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik ihre Haushalte weit überstrapaziert hätten, um ihre Wähler bei der Stange zu halten. Es werden unterschiedliche Auswege aus der Krise und deren ökonomische Grenzen und Risiken diskutiert. Besonders weitreichend ist der Vorschlag Pascal Salins. Als Alternative zur derzeitigen staatsmonopolitischen Geldordnung schlägt er eine kapitalistische Geldordnung und einen Währungswettbewerb zwischen staatlichem Geld und anderem Geld vor. Jeder Staat, so die Überzeugung des französischen Volkswissenschaftlers, wäre durch die Zulassung von konkurrierenden Währungen und des damit verbundenen Währungswettbewerbs gezwungen, eine nachhaltige Haushaltspolitik zu verfolgen.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.5 | 3.2 Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Peter Altmiks (Hrsg.): Die optimale Währung für Europa? München: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/34076-die-optimale-waehrung-fuer-europa_40851, veröffentlicht am 15.09.2011. Buch-Nr.: 40851 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken