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Karl Otto Hondrich

Enthüllung und Entrüstung. Eine Phänomenologie des politischen Skandals

Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch Verlag 2002 (edition suhrkamp 2270); 166 S.; 9,- €; ISBN 3-518-12270-3
Die objektiv-kollektiven Konsequenzen von politischen Skandalen untersucht Hondrich, der in Frankfurt a. M. Soziologie lehrt. Seiner Ansicht nach sind Skandale, die im Prinzip immer nach dem Muster moralische Verfehlungen - Enthüllung - Empörung ablaufen, ein "Instrument der Herrschaftskontrolle" (18), das spontaner und oft wirksamer als reguläre Wahlen funktioniere. Die Bedeutung des Skandals gehe aber über das reine Auswechseln eines Politikers hinaus. Gleichzeitig "wird der Grenzbereich zwischen Moral, Politik und Geschäft neu vermessen" (28). Auf dem Wege der gemeinsamen Empörung werde außerdem die moralische Einheit der Gesellschaft beschworen. Hondrich belegt seine Skandaltheorie anschaulich mit verschiedenen Beispielen aus zwei Jahrzehnten, von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl bis zu den EU-Sanktionen gegen Österreich.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.23 | 2.35 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Karl Otto Hondrich: Enthüllung und Entrüstung. Frankfurt a. M.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/16760-enthuellung-und-entruestung_19256, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19256 Rezension drucken