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Bertram Schefold / Thorsten Lenz (Hrsg.)

Europäische Wissensgesellschaft. Leitbild europäischer Forschungs- und Innovationspolitik?

Berlin: Akademie Verlag 2008 (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 26); VIII, 233 S.; 69,80 €; ISBN 978-3-05-004509-2
Inwiefern fungiert die „‚Europäische Wissensgesellschaft’ als politisches Leitbild einer ‚neuen’ Wachstums-, Forschungs- und Innovationspolitik“ (2), wie sie im politischen Diskurs der OECD und der EU konzipiert wird? Diese Frage wurde im Rahmen einer Tagung im Juli 2007 in Frankfurt a. M. aufgegriffen und interdisziplinär diskutiert. Als Ausgangspunkt diente das Forschungsprojekt des Frankfurter Sonderforschungsbereichs „Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel“, in dem nach dem originären Beitrag der ökonomischen Debatte um Wissen, Humankapital und Innovation zum gesamtgesellschaftlichen und interdisziplinären Diskurs über Wissensgesellschaft gefragt wurde. In der Einleitung vermitteln die Herausgeber einen Überblick über die Verwendungspraxis und die Funktion des Begriffs Wissensgesellschaft im politischen Diskurs, der sich mit der Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 als Leit- sowie Sammelbegriff für diverse politische Thematiken durchgesetzt hat. In den Beiträgen werden die mit der Thematik verbundenen Fragen aus einer ökonomischen, soziologischen und politisch-praktischen Perspektive aufgegriffen. Ziel ist es, dazu beizutragen, den wissenschaftlichen und politischen Diskurs um Wissen, Bildung und Innovation von seiner Beschränkung auf rein technologische Aspekte des sozioökonomischen Wandels zu lösen. Katja Reppel betrachtet die europäische Innovationspolitik als Querschnittspolitik: Sie berühre Ressorts wie die Industrie-, Wettbewerbs- oder Bildungspolitik und stelle Verbindungen zwischen ihnen her. Heiko Prange-Gstöhl plädiert für die Schaffung eines „Forschungsbinnenmarktes“ (181), da reine Koordinierungsmaßnahmen nicht ausreichten, um die Ziele der europäischen Forschungspolitik umzusetzen. Im Schlussbeitrag betrachtet Klaus Matthes die Forschungspolitik aus nationaler Perspektive und setzt sich für eine stärkere Internalisierung in diesem Bereich ein. Er hält sie für einen effektiven Weg, um Chancen weltweiter Netzwerk- und Kooperationsbildungen für eigene Innovationsziele zu nutzen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.5 | 2.343 | 2.262 | 2.263 | 2.61 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Bertram Schefold / Thorsten Lenz (Hrsg.): Europäische Wissensgesellschaft. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/14804-europaeische-wissensgesellschaft_35037, veröffentlicht am 13.01.2009. Buch-Nr.: 35037 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken