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Uwe Neumann / Lutz Trettin / Christoph M. Schmidt

Förderung der Lokalen Ökonomie. Fallstudie im Rahmen der Evaluation des Programms Soziale Stadt NRW

Berlin: Duncker & Humblot 2013 (RWI: Schriften 84); 266 S.; 79,90 €; ISBN 978-3-428-14158-6
Dass es um viele Kommunen im Westen der Republik – vorsichtig formuliert – weder ökonomisch noch sozial gut bestellt ist, ist seit Langem bekannt. Vor diesem Hintergrund verfolgt das 1999 eingeführte Bund‑Länder‑Programm Soziale Stadt das Ziel, „durch konzentrierte Förderung städtischer Gebiete die gesellschaftliche Kohärenz zu stärken und in den Fördergebieten Anstöße für sich selbst tragende Prosperität zu geben“ (19). Mit Blick auf die „drei Strategieschwerpunkte ‚Abbau des Leerstandes im Einzelhandel’, ‚Existenzgründung’ und ‚Unternehmensvernetzung und ‑beratung’“ (5), wie sie das Bund‑Länder‑Programm formuliert, wird in dieser Studie der jeweilige Erfolg oder Misserfolg der eingeleiteten Maßnahmen in den Städten Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Essen, Oberhausen und Wuppertal ermittelt. Durch weit gefächerte qualitative wie quantitative Erhebungen, die Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews mit Beteiligten oder Betroffenen ebenso einschließen wie Kartierungen, kommen die Autoren zu einer Aussage über den in den einzelnen Kommunen jeweils erreichten Grad der Zielerreichung in den drei genannten Themenschwerpunkten. Jenseits von Einzelfallüberlegungen, die entweder auf eine der beteiligten administrativen Ebenen (Bund, Länder oder Gemeinden) abzielen oder aber die einzelne Kommunen in den Vordergrund stellen, geben die Autoren eine grundsätzliche Handlungsempfehlung gegenüber den jeweils ortsansässigen Unternehmen ab. Diese sollten sich im Rahmen ihrer Ansiedlung verstärkt über die Standortbedingungen und ‑faktoren informieren, auch und gerade was lokalspezifische Förderinstrumente anbelangt. Vor diesem Hintergrund seien dann insbesondere auch die Länder in der Pflicht, die für Städtebau und Wirtschaftsförderung zuständigen Ministerien zu einer engeren Kooperation zu veranlassen. Auf kommunaler Ebene wiederum sollte eine solche intensivierte Kooperation durch eine ressortübergreifende Steuerungsgruppe vor Ort flankiert werden, die nicht zuletzt auch im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern geeignete Förderschwerpunkte identifizieren und festlegen könne. Nur so ließen sich die teils „beachtlichen Erfolge“ (206) des Programms etwa im Bereich der Stärkung der lokalen Ökonomie weiter festigen und auch ausbauen.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.325 | 2.342 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Uwe Neumann / Lutz Trettin / Christoph M. Schmidt: Förderung der Lokalen Ökonomie. Berlin: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36380-foerderung-der-lokalen-oekonomie_44326, veröffentlicht am 07.11.2013. Buch-Nr.: 44326 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken