Marek Rewizorski

From Washington to St. Petersburg – Development of the G20 as a New Centre of Global Governance

Berlin: Logos Verlag 2014; 172 S.; 34,- €; ISBN 978-3-8325-3799-9
Folgt man Marek Rewizorskis Untersuchung der G20, handelt es sich bei dem vergleichsweise jungen Club der einflussreichsten Staaten der Welt um eine zentrale Leitstelle globaler wirtschaftlicher Kooperation. Im Gegensatz zu den Organisationen und Institutionen der Nachkriegsära habe sich diese als flexibler und effektiver als andere multilaterale Gremien erwiesen – auch wenn ihr Fokus und Aufgabenspektrum nicht an das anderer Organisationen heranreichten. Rewizorski nähert sich der G20 in zwei Schritten. Zunächst beschreibt er die historische Entwicklung von der G7 über die G8 zur G20. Während ihre Vorgänger noch als Orte des informellen Dialogs fungiert hätten, habe sich die G20 – neben den Vereinten Nationen – zum „wichtigsten Zentrum […] von global governance“ (31) entwickelt. Zu den aktuellen Herausforderungen für die Organisation zählt der Autor vor allem die Fragen der Repräsentativität der Gruppe als Ganzes, insbesondere aber die der (Über‑)Repräsentation Europas. Rewizorski schlägt dazu eine bruttoinlandsproduktbasierte Rotation der Teilnehmer an den G20‑Gipfeln vor, die einen Ausschluss der drei zum Zeitpunkt des Gipfels wirtschaftlich schwächsten Staaten bedeuten würde. Den eigentlichen Kern der Untersuchung bildet die im zweiten Teil erfolgte Analyse der acht G20‑Gipfel von 2008 bis 2013. Hier liefert der Autor eine Darstellung der Ereignisse vor und während des jeweiligen Gipfels, eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte und Beschlüsse sowie eine kurze – zum Teil vergleichende – Gesamtbewertung. Diese Untersuchungsteile werden unter anderem von tabellarischen Informationen zu den Tagesordnungen, Aktionsprogrammen und Teilnehmer_innen komplementiert. Schlussendlich sieht Rewizorski seine eingangs aufgestellte Hypothese der Zentralität und Effektivität der G20 in Fragen der globalen wirtschaftlichen Governance bestätigt. Wie er allerdings zu diesem Ergebnis kommt, bleibt unklar. Seine Analyse ist stets deskriptiv und es werden keine Methoden oder Kriterien definiert, anhand derer diese Effektivität gemessen beziehungsweise nachvollziehbar aufgezeigt werden könnte. Ebenfalls verzichtet der Autor darauf, der angekündigten Analyse der Gruppe auf „Führungsebene“ (26) eine theoretische Basis zu geben. So bleibt Rewizorskis Untersuchung in weiten Teilen eine Chronik der Entwicklung der G20.
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Rubrizierung: 4.432.622.642.61 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Marek Rewizorski: From Washington to St. Petersburg – Development of the G20 as a New Centre of Global Governance Berlin: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38442-from-washington-to-st-petersburg--development-of-the-g20-as-a-new-centre-of-global-governance_46649, veröffentlicht am 21.05.2015. Buch-Nr.: 46649 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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