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Carsten Dutt (Hrsg.)

Herausforderungen der Begriffsgeschichte

Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2003 (Beiträge zur Philosophie, Neue Folge); XII, 249 S.; kart., 48,- €; ISBN 3-8253-1047-7
Der Band versammelt die Vorträge eines Heidelberger Symposiums von 1999, mit dem sieben Jahre nach Fertigstellung der von Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck herausgegebenen "Geschichtlichen Grundbegriffe" nochmals - und mit spezifischem Fokus auf die bis dahin eher vernachlässigte Epoche von 1945 bis 1949 - ein Beitrag zur Theorie- und Methodendiskussion über das Paradigma der historischen Semantik geleistet werden sollte. Als einer „kulturbereichsspezifisch differenzierten Vermessung des begriffsgeschichtlichen Schwellenwerts der Nachkriegsperiode" (VII f.) geht es dem Band um das Wer und das Wie hinter den Definitions- und Applikationsstrategien, mit denen ausgewählte Begriffe nach der NS-Zeit weiterverwendbar gehalten, wiederverwendbar gemacht oder erstmalig durchgesetzt wurden. Inhalt: I. Theorie- und Methodenprobleme begriffsgeschichtlicher Forschung: Reinhart Koselleck: Die Geschichte der Begriffe und Begriffe der Geschichte (3-16); Dietrich Busse: Begriffsgeschichte oder Diskursgeschichte? Zu theoretischen Grundlagen und Methodenfragen einer historisch-semantischen Epistemologie (17-38); Angelika Linke: Begriffsgeschichte - Diskursgeschichte - Sprachgebrauchsgeschichte (39-49); Michael Freeden: Concepts, Ideology and Political Theory (51-63); Hermann Lübbe: Wortgebrauchspolitik. Zur Pragmatik der Wahl von Begriffsnamen (65-80); Reiner Wiehl: Begriffsgeschichte zwischen theoretischem Mangel und theoretischem Überschuss. Philosophische Fußnoten zur historischen Semantik (81-101). II. Fallanalysen zur Nachkriegsgeschichte politisch-kultureller Begriffe: Jörg Kilian: „Demokratie" als Merkwort der Nachkriegszeit. Linguistische Begriffsgeschichte im Zeichen der kognitiven Semantik (105-131); Jens Kertscher: „Autorität". Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Umgang mit einem belasteten Begriff (133-147); Gerhard Besier: Das Schuldverständnis in Kirche und Gesellschaft. Begriff und Sache im 20. Jahrhundert (149-172); Helmuth Kiesel: Die Restauration des Restaurationsbegriffs im Intellektuellendiskurs der frühen Bundesrepublik (173-193); Martin Wengeler: „Kalter Krieg", „Abschreckung", „Politik der Stärke". Die 50er Jahre als Sattelzeit außenpolitischer Begrifflichkeit (195-218); Benjamin Herzog: Schwundstufen des Fortschrittsbegriffs. Zu seinen Reinterpretationen in der frühen Bundesrepublik (219-249).
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Carsten Dutt (Hrsg.): Herausforderungen der Begriffsgeschichte Heidelberg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/15341-herausforderungen-der-begriffsgeschichte_17457, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17457 Rezension drucken