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Ernst Nolte

Historische Existenz. Zwischen Anfang und Ende der Geschichte?

München/Zürich: Piper 1998; 765 S.; geb., 78,- DM; ISBN 3-492-04070-5
Der Aufhänger der Überlegungen Noltes ist die Frage nach dem von einigen Wissenschaftlern prognostizierten "Ende der Geschichte". Gibt es also so etwas wie eine "Nachgeschichte", und wenn das so sein sollte: Wann beginnt sie? Oder hat sie schon begonnen? Für Nolte sind die Begriffe "Vorgeschichte", "Geschichte" und "Nachgeschichte" eng verbunden mit dem geistigen Entwicklungsstand und dem technischen Fortschritt der Menschheit. Insofern ist es für Nolte schlüssig, daß nach der Geschichte auch eine Nachgeschichte anbrechen wird. Tatsächlich scheint sich aber hinter der Nachgeschichte das Ideal einer Menschheit zu verbergen, die vor allem aus den Fehlern des 20. Jahrhunderts gelernt hat, wenn Nolte seine Gedanken zusammenfaßt: Etwa um das Jahr 2200 wird die Medizin die Genetik als wichtigstes Instrument benutzen, um Krankheiten zu bekämpfen; wird der Weltraum weitgehend erforscht sein; werden die Menschen nur noch intellektueller Arbeit nachgehen; wird es keine Staaten und schon gar keine Nationalstaaten mehr geben; wird das Niederlassungsrecht global gelten und wird es keine Kriege mehr geben. Nolte argumentiert letztendlich, daß in der Geschichte keine Konstanten existieren und auch weiterhin nicht existieren werden. Inhaltsübersicht: Erster Teil: A. Naturgeschehen – Vorgeschichte – die frühen Hochkulturen; B. Schema der "historischen Existenz". Zweiter Teil: A. Die Weltreligionen und die Weltgeschichte; B. Schema der historischen Existenz; C. Modernität und praktische Transzendenz; D. Die Gegenwart als Anfang der "Nachgeschichte"?
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.1 | 4.1 | 2.31 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Ernst Nolte: Historische Existenz. München/Zürich: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/6566-historische-existenz_8890, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8890 Rezension drucken