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Ansgar Fürst

Im deutschen Treibhaus. Tendenzen und Diagnosen der Adenauer-Zeit. Eine Spurensuche in der zeitgenössischen Literatur

Freiburg i. Br.: Rombach Verlag 2003; 143 S.; pb., 18,- €; ISBN 3-7930-9356-5
Wiederaufbau und Wirtschaftswunder - das Nachkriegsdeutschland unter Adenauer war geprägt von einer Rückkehr zur Normalität, von einem Rückzug ins Private und von den Verheißungen des Konsums. Doch der Nationalsozialismus war nicht verarbeitet, nur verdrängt, Kommunismusfurcht und Kalter Krieg prägten die Politik. Verschiedene, durchaus auch widersprüchliche Aspekte der damaligen Wertvorstellungen, der politischen Kultur und der gesellschaftlichen Befindlichkeiten leuchtet der Autor anhand unterschiedlicher, damals viel gelesener oder umstrittener Texte aus. Dabei wurden in erster Linie literarische Werke von Böll bis Grass, dazu auch populäre und wissenschaftliche Texte befragt. Dem Autor ist ein interessantes und nicht selten auch unterhaltsames Buch gelungen, das ganz unterschiedliche Facetten dieser oft als spießig verpönten Zeit aufzeigt und die Atmosphäre jener Tage spürbar werden lässt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.313 | 2.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ansgar Fürst: Im deutschen Treibhaus. Freiburg i. Br.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/18374-im-deutschen-treibhaus_21276, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21276 Rezension drucken