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Christopher de Bellaigue

Im Rosengarten der Märtyrer. Ein Portrait des Iran. Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser

München: C. H. Beck 2006; 341 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-406-54374-X
Der Autor, ein britischer Journalist, hat Islamwissenschaft studiert und lebte mehrere Jahre mit seiner Familie in Teheran. In den reportageartigen Kapiteln des Buchs zeigt er die Vergangenheit und die gegenwärtige Gesellschaft Irans, indem er kulturelle, religiöse und historische Besonderheiten mithilfe seiner – häufig anekdotischen – Erlebnisse mit Einheimischen in Städten wie Isfahan, Ghom und Teheran veranschaulicht. Bei seinen Beschreibungen von Besuchen im Priesterseminar, bei Kriegsveteranen oder in einer Teheraner Ringerschule lässt er Theologen, Taxifahrer oder Künstler vielstimmig von prägenden Ereignissen in der Geschichte Irans erzählen: vom Jahrhunderte alten Streit zwischen Sunniten und Schiiten, von der Entstehung des iranischen Staates und vom Einfluss religiöser Autoritäten. Besonders viel Raum widmet er den Beschreibungen von Freiheit und Dekadenz unter dem früheren Schah-Regime, von der Iranischen Revolution 1979 mit der Rückkehr des Schiitenführers Khomeini sowie dem Krieg gegen den Irak. Detailliert zeichnet Bellaigue ein nicht selten überraschendes Porträt der Menschen im Iran. Da das Buch im Original bereits 2005 erschien, fehlen allerdings aktuelle Entwicklungen wie die Wahl des Präsidenten Ahmadinedschad und die Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm.
Steffen Heinzelmann (STH)
Politikwissenschaftler, M. A., Press Officer, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS) Potsdam.
Rubrizierung: 2.63 | 2.25 Empfohlene Zitierweise: Steffen Heinzelmann, Rezension zu: Christopher de Bellaigue: Im Rosengarten der Märtyrer. München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/25559-im-rosengarten-der-maertyrer_29648, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29648 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken