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Mir A. Ferdowsi (Hrsg.)

Internationale Politik

München: Wilhelm Fink Verlag 2002 (Uni-Taschenbücher 2284 [ISBN: 3-8252-2284-5]); 422 S.; 24,90 €; ISBN 3-7705-3649-5
Die Autoren dieses Bandes befassen sich mit der Kernfrage jeglicher internationaler Politik: den Chancen für eine stabile Sicherheits- und Friedensordnung. In einem ersten Schritt stellen sie die wichtigsten Konzeptionen zur Stabilisierung beziehungsweise Weiterentwicklung des internationalen Systems vor. Dabei zeigt sich, dass insbesondere neuere, ambitionierte Ansätze wie die der Global Governance oder der humanitären Intervention in der Realität schwieriger durchzusetzen sind als sie sich in der Theorie anhören. In einem zweiten Schritt wird die Rolle der wichtigsten einzelstaatlichen Akteure im gegenwärtigen internationalen System analysiert. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass weder Europa noch Russland, China oder Japan dazu in der Lage sind, eine eigenständige sicherheitspolitische Rolle zu spielen. An den USA als dominierender Weltmacht führt zurzeit kein Weg vorbei. Auch die im vierten Kapitel untersuchten wichtigsten internationalen Organisationen, zu denen merkwürdigerweise die UNO für den Herausgeber nicht zu zählen scheint, befinden sich derzeit im Umbruch und können aufgrund interner Schwächen keinen wesentlichen Beitrag zur Sicherheitspolitik leisten. Im letzten Kapitel wird dann eine Zustandsbeschreibung der Sicherheitslage in den wesentlichen Konfliktregionen gegeben. In seinem Vorwort kommt der Herausgeber zu dem ernüchternden Fazit, „dass kurz- bis mittelfristig wenig Hoffnung auf eine grundlegende Transformation der internationalen Politik in Richtung auf eine stabile Sicherheits- und Friedensordnung besteht, die diesen Namen auch verdient" (27 f.). Aus dem Inhalt: Mir A. Ferdowsi: Internationale Politik zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die Herausforderungen und Hindernisse einer stabilen Sicherheits- und Friedensordnung (9-29) Konzeptionen Werner Link: Hegemonie und Gleichgewicht der Macht (33-51) Peter J. Opitz: Kollektive Sicherheit (53-70) Franz Nuscheler: Global Governance (71-86) Harald Müller: Institutionalismus und Regime (87-103) Bernhard Zangl: Humanitäre Intervention (105-122) Volker Matthies: Krisenprävention und Friedenskonsolidierung (123-143) Akteure Peter Rudolf: USA - Sicherheitspolitische Konzeptionen und Kontroversen (147-162) Josef Janning: Europa - Von der „Zivilmacht" zur militärischen Reaktionsfähigkeit (163-179) Hannes Adomeit: Rußland - Von der „euroatlantischen" über die „national-patriotische" Orientierung zum „europäisch-atlantischen" Kurs (181-202) Peter J. Opitz: China - Der Aufstieg des Drachen (203-245) Hanns W. Maull: Japan - Gescheiterte Ambitionen als globale und regionale Zivilmacht in Ostasien (247-273) Organisationen Matthias Dembinski: NATO - Auf dem Weg von der kollektiven Verteidigungsorganisation zur offenen Sicherheitsgemeinschaft? (277-292) Peter Schlotter: OSZE - Von „Kollektiver Sicherheit" zum „Dienstleistungsbetrieb" (293-308) Susanne Feske: ASEAN - Eine Wirtschafts- oder Sicherheitsgemeinschaft? (309-323) Sabine Kurtenbach: OAS - Vom Instrument der US-Politik zur demokratischen Sicherheitsgemeinschaft? (325-340) Volker Matthies: OAU - Auf dem Weg zu einer „Pax Africana"? (341-360) Regionen Volker Perthes: Naher und Mittlerer Osten - Unvollständige Regimebildung und die Suche nach regionaler Sicherheit (363-374) Uwe Halbach: Der Kaspische Raum - Zwischen „Great Game" und Seidenstraße (375-389) Joachim Betz: Südasien - Großregion ohne Regionalismus (391-402) Marie-Janine Calic: Südosteuropa - Vom Sukzessionskrieg zur Stabilität (403-416)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.1 | 4.3 | 4.41 | 2.61 | 2.62 | 2.63 | 2.64 | 2.68 | 4.2 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Mir A. Ferdowsi (Hrsg.): Internationale Politik München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/16537-internationale-politik_18994, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18994 Rezension drucken