Skip to main content
Andreas Schulze

Kleinparteien in Deutschland. Aufstieg und Fall nicht-etablierter politischer Vereinigungen. Mit einem Geleitwort von Eckhard Jesse

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 2004 (Sozialwissenschaft); XX, 430 S.; 45,90 €; ISBN 3-8244-4558-1
Kleinen Parteien gelingt es in der Bundesrepublik nur selten, sich dauerhaft auf der Bundes- oder Landesebene als politische Kraft zu behaupten. Am Beispiel der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), der Deutschen Sozialen Union (DSU) sowie des Bundes Freier Bürger (BFB) untersucht Schulze, welche Gründe für das Scheitern von Kleinparteien verantwortlich sind. Die Analyse ist eingebunden in eine umfassende Darstellung der Entwicklungsgeschichte, der Programmatik und der Organisationsstruktur dieser drei nicht-etablierten Parteien. Kontrastierend werden am Beispiel der FDP, der Bündnisgrünen und der PDS die Faktoren aufgezeigt, die den dauerhaften Erfolg einer Kleinpartei begünstigen. Schulze kommt zu dem Schluss, dass die Hürden, die kleine Parteien im politischen System der Bundesrepublik überwinden müssen, nicht nur im institutionellen Bereich zu suchen sind. Neben den Besonderheiten des deutschen Wahlrechts (Sperrklausel), haben alle hier untersuchten „Zwergparteien“ mit gravierenden Defiziten in ihrer programmatischen Ausrichtung und ihrer Organisationsstruktur zu kämpfen. Darüber hinaus besitzen sie starke, bereits etablierte „Nachbarn“ im Parteienspektrum, die ihren längerfristigen Erfolg verhindern.
Jörn Ketelhut (JK)
Dr., Dipl.-Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.331 | 2.37 Empfohlene Zitierweise: Jörn Ketelhut, Rezension zu: Andreas Schulze: Kleinparteien in Deutschland. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/8931-kleinparteien-in-deutschland_26565, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26565 Rezension drucken