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Walter Laqueur

Krieg dem Westen. Terrorismus im 21. Jahrhundert

München: Propyläen Verlag 2003; 424 S.; 24,- €; ISBN 3-549-07173-6
Die Dominanz des westlichen Systems in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht sei für radikale Islamisten das Hauptziel ihres Vorgehens und Grund für ihre Radikalität, so Laqueurs zentrale These. Korrupte Strukturen und Eliten in ihren Ländern brächten sie um Partizipationsmöglichkeiten und Zukunftschancen. Die terroristische Gewalt, die daraus hervorgehe, nehme auf den Gegner keine Rücksicht mehr, d. h. die Tendenz gehe zu Anschlägen mit hohen (zivilen) Opferzahlen. Den Hintergrund bilde ein religiöser Fanatismus und das Werkzeug sei die leicht verfügbare Technologie bis hin zu Massenvernichtungswaffen. All dies, von Laqueur bereits in früheren Arbeiten untersucht, wird hier lose und ungeordnet nebeneinander gestellt. Die Argumente werden selten analytisch bis zum Ende durchbuchstabiert, eine terroristische Dynamik, die beispielsweise eine Zunahme von Selbstmordanschlägen erklären könnte, scheint der Autor nicht wahrzunehmen. Auch die unterschiedslose Gleichsetzung von religiösem Fanatismus, Islamismus oder „Dschihadismus" trägt nicht zur Klarheit bei. Wer zum Thema Terrorismus dazulernen will, sollte zu Laqueurs früheren Werken greifen. Aus dem Inhalt: Die Suche nach den Ursachen; Ursprünge des islamischen Terrorismus; Dschihad; Selbstmordmissionen; Israel und die Palästinenser; Haben die Nachrichtendienste versagt?; Die extreme Rechte; Antiamerikanismus; Schlachtfelder der Zukunft; Krieg dem Westen?
Florian Peter Kühn (KÜ)
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.25 | 2.23 | 2.64 | 2.63 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Florian Peter Kühn, Rezension zu: Walter Laqueur: Krieg dem Westen. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/19172-krieg-dem-westen_22266, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22266 Rezension drucken