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Jost Delbrück (Hrsg.)

New Trends in International Lawmaking - International 'Legislation' in the Public Interest. Proceedings of an International Symposium of the Kiel Walther-Schücking-Institute of International Law, March 6 to 8, 1996. Assistant Editor: Ursula E. Heinz

Berlin: Duncker & Humblot 1997 (Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht an der Universität Kiel 121); 230 S.; 98,- DM; ISBN 3-428-09140-X
Das Ende des Ost-West-Konfliktes hat das Völkerrecht vor neue Probleme gestellt und gleichzeitig nicht bekannte Möglichkeiten eröffnet. Die Resolutionen des Sicherheitsrates der UN sind dabei ein besonders augenfälliger Seismograph für derartige Entwicklungen. Der Band gibt Referate und Diskussionen des Völkerrechtssymposiums vom März 1996 wieder. Dessen Leitthema war die Frage, ob neue Konzepte wie "International Legislation" oder "Public Interest Norms" ein adäquates Bezugssystem für die Entwicklungen im Völkerrecht seit dem Ende des Ost-West-Konflikts sein können. Nicht nur in den Diskussionen, sondern auch in den Referaten wurden hierzu verschiedene Standpunkte eingenommen. Anhand von Fallbeispielen aus dem Seerecht, Weltraumrecht sowie etwa der deutlich veränderten Praxis des UN-Sicherheitsrates wurde jeweils versucht, das Maß der Veränderung von einer traditionell primär an staatlicher Souveränität orientierten Rechtskonzeption hin zu einer fast gesetzgeberisch zu nennenden neuen Form von Rechtsfindung und Rechtsdurchsetzung, die sich primär auf das "öffentliche Interesse" der Staatengemeinschaft bzw. Menschheit bezieht, nachzuzeichnen. Dadurch ergeben sich nicht nur positive Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch zunehmend Folgeprobleme, wie z. B. das von Dicke aufgeworfene Problem der Kontrolle des Sicherheitsrates bei seinen Expeditionen in neue Rechtsstandards zeigt. Der hier skizzierte Wandlungsprozeß des Völkerrechts entzieht sich abschließender Bewertung; seine Richtung faßt Riedel in seinem Beitrag als "a real change of paradigm, from a law of coexistence to one of cooperation, to a rule of law permeated by norms of public interest" (97). Inhalt: In memoriam Richard B. Lillich (1933-1996) (13-15); Jost Delbrück: Opening Address (17-19); Bernhard H. Oxman: The International Commons, the International Public Interest and New Modes of International Lawmaking (21-60); Eibe Riedel: International Environmental Law - A Law to Serve the Public Interest? - An Analysis of the Scope of the Binding Effect of Basic Principles (Public Interest Norms) (61-98); Discussion (99-143); Klaus Dicke: National Interest vs. the Interest of the International Community - A Critical Review of Recent UN Security Council Practice (145-169); Jonathan I. Charney: International Lawmaking - Article 38 of the ICJ Statute Reconsidered (171-191); Discussion (192-228); List of Participants.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 4.1 | 4.45 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Jost Delbrück (Hrsg.): New Trends in International Lawmaking - International 'Legislation' in the Public Interest. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/4354-new-trends-in-international-lawmaking---international-legislation-in-the-public-interest_6128, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6128 Rezension drucken