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Nordkoreas Raketenprogramm – Bedrohung oder Bluff? Erst Lieferungen aus dem Ausland ermöglichen die Aufrüstung

18.12.2017
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Autorenprofil
Dr.-Ing. Markus Schiller
Autorenprofil
Apl. Prof. Dr.-Ing. Robert H. Schmucker

North Koreas ballistic missile North Korea Victory Day 2013 01Den Tag des Sieges im Krieg zur Befreiung des Vaterlandes feierte Nordkorea 2013 mit einer Parade, auf der auch diese Rakete gezeigt wurde. Foto: Stefan Krasowski (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:North_Korea%27s_ballistic_missile_-_North_Korea_Victory_Day-2013_01.jpg: CC BY 2.0)

 

Seit 2014, zwei Jahre nach der Machtübernahme durch Kim Jong-un, hat sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel dramatisch verschlechtert. Anfängliche Hoffnungen auf Entspannung wurden bitter enttäuscht. Nordkorea ist heute einer der größten Krisenherde der Welt. Neben martialischen Äußerungen der Führungsebene, der massiven Ausweitung der Nuklearaktivitäten und der Androhung von Militärschlägen gegen die USA fallen vor allem die Anstrengungen auf dem Raketensektor ins Gewicht. An die Stelle sporadischer Starts trat ein massives Abschussprogramm und neue Raketen tauchten auf. Zusammen mit der Detonation einer großen nuklearen Sprengladung und Bildern eines Modells, mit dem Nordkorea die Verfügbarkeit von Wasserstoffbomben beanspruchte, kam es zum Test von Flugkörpern, die Nordkorea als Interkontinentalraketen bezeichnete. Zudem drohte Nordkorea mit Raketenangriffen auf die Pazifikinsel Guam.

Diesen scheinbaren Erfolgen steht die reale Situation im Land gegenüber: wirtschaftliche Schwäche, marode Industrie, Bedeutungslosigkeit bei Hochtechnologie, völlige Armut und Einengung durch wirtschaftliche Sanktionen. Dass Nordkorea trotzdem über ein derart erfolgreiches Raketenwaffenprogramm verfügen kann, ist erstaunlich, denn auf dem Raketensektor gibt es keine Wunder. Im Folgenden wird eine technische Analyse der Raketenwaffen vorgelegt, deren Ziel es ist, diese Diskrepanz aufzuklären und damit die Frage zu beantworten, ob Nordkoreas Raketenprogramm eine Bedrohung oder nur ein Bluff ist. Während sich der technische Hintergrund des Nuklearwaffenprogramms mangels verlässlicher Informationen einer ernsthaften Analyse entzieht, bietet das Raketenprogramm durch Testaktivitäten und die Zurschaustellung von Systemen die Möglichkeit, eine technologische Analyse zu erarbeiten, die einen klaren Blick auf die reale Situation liefert.

Diese Untersuchung beschränkt sich nicht auf die Rekonstruktion der technischen Parameter der letzten Tests mit Langstreckenraketen. Sie umfasst vielmehr das gesamte Raketenprogramm Nordkoreas, das sich über vier Jahrzehnte erstreckt. Die Untersuchung beginnt mit einem Überblick zu den auffällig vielen Raketenprogrammen und bewertet die Testaktivitäten mit ingenieurwissenschaftlichen Kriterien. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Nordkorea ein eigenständiges Programm der Entwicklung und Produktion von militärisch nutzbaren Raketen verfolgt.

Die Analyse zeigt, dass es in Nordkorea kein nennenswertes eigenständiges Raketenprogramm gibt und dass alle Raketen, die es seit einigen Jahren vermehrt nutzt, offenkundig aus dem Ausland stammen und zwar praktisch ausschließlich aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und aus China. Dieser Befund macht eine grundsätzliche politische Neubewertung der derzeitigen Krise notwendig und zwar sowohl was die reale Bedrohung durch Nordkoreas Raketenwaffen betrifft als auch mit Blick auf die politische Rolle Moskaus und Pekings.
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Der vollständige Beitrag ist erschienen in: SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen, Band 1, Heft 4: https://www.degruyter.com/view/j/sirius.2017.1.issue-4/sirius-2017-0083/sirius-2017-0083.xml?format=INT

 

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