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Andreas Khol / Günther Ofner / Günther Burkert-Dottolo / Stefan Karner (Hrsg.)

Österreichisches Jahrbuch für Politik 2000

München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2001; XVI, 792 S.; 49,80 €; ISBN 3-486-56590-7
Das Jahr 2000 führte im politischen System Österreichs zu einem von vielen in- und ausländischen Beobachtern als "dramatischen Einschnitt" erlebten Wechsel in der Regierungsverantwortung: Bekanntlich wurde die große Koalition von SPÖ und ÖVP abgelöst von einem Bündnis zwischen der ÖVP und der - weithin mit ihrer Führungsfigur Jörg Haider identifizierten - FPÖ. Dieser Machtwechsel ist das Schwerpunktthema des von der Politischen Akademie der Österreichischen Volkspartei herausgegebenen Jahrbuchs. Die Herausgeber betonen, es gehöre "zur guten Tradition des Jahrbuchs, dabei das gesamte Spektrum Österreichs zu Worte kommen zu lassen" (XI); tatsächlich finden sich unter den Autoren etliche, die dem sozialdemokratischen oder grünen Lager zuzurechnen sind - das gilt beispielsweise für den Abschnitt, der sich mit einer Wertung der "Wende" befasst. Einen prominenten Platz nehmen in der Kommentierung die EU-Sanktionen ein. Inhalt: Das neue politische Umfeld 2000: Peter A. Ulram: The New Political Climate - das neue politische Umfeld (3-16); Christoph Hofinger / Günther Ogris / Ursula Breitenfelder: Das Wendejahr. Polarisierungen, Themen und Wählerströme (17-34); Egon Matzner: Zum Niedergang der Zweiten Republik (35-56). Landtagswahlen 2000 als Messfühler der neuen politischen Landschaft: Alexander Janda / Franz Sommer: Vor und nach der "Wende". Demoskopische Trends und Regionalwahlen als Messfühler der neuen politischen Landschaft (59-76); Reinhold Lopatka / Herwig Hösele: Steirische Landtagswahl 2000: Der fulminante Sieg hat eine Mutter - Waltraud Klasnic (77-93). Etappenziele in der Wende: Wolfgang Schüssel: Von alten Schulden zu neuen Chancen. Unser Weg zum Doppelziel Nulldefizit und Vollbeschäftigung (97-108); Karl-Heinz Grasser: Der Count-down hat begonnen: Das Ende der Schuldenpolitik. Österreich als wirtschafts- und sozialpolitischer Modellfall (109-126); Gerhard Lehner: Der Reformdialog und sein Ziel. Das Ende der Neuverschuldung des Staates (127-146); Helmut Frisch: Gedanken zum Nulldefizit (147-159); Wolfgang Mazal: Erhöhung der Treffsicherheit des Sozialsystems (161-178); Hans Sallmutter: Treffsicherheit und Sozialstaat (179-191); Martin Eichtinger: Der Versöhnungsfonds. Österreichs Leistungen an ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter des NS-Regimes (193-242); Peter Mahringer: Die Kulturgüterrestitution (243-255); Gerald Grünberger: "Medien-Albanien" oder Europareife? Zum Aufholprozess in der österreichischen Medienpolitik (257-273); Michael Wimmer: Österreichische Kulturpolitik am Ende der Nachkriegszeit (275-288); Werner Dujmovits: Briefwahl - ein demokratisches Erfordernis (289-317). Die Neupositionierung der Parteien in und nach der Wende: Wilhelm Brauneder: Die FPÖ und die "Wende" (321-337); Thomas Köhler: Die Neupositionierung der Österreichischen Volkspartei von der Wende 2000 bis zum Alpbacher Bundeskongress 2001 (339-365); Karl A. Duffek: Die Neupositionierung der SPÖ nach dem Regierungswechsel 2000 (367-376); Stefan Schennach: Der Parteien neue Kleider. Österreichs PolitikerInnen auf der Suche nach neuen Identitäten (377-385). Die Torheit der Regierenden. Die EU-Sanktionen und ihr Ende: Thomas Mayr-Harting: Die Sanktionen der EU-14 gegen Österreich - Brüsseler Erfahrungen (389-404); Reinhard Olt: Die Torheit der Regierenden - oder die sanktionsbewehrte Causa Austriae als Akt EUropäischer Verblendung (405-454); Alexander von der Bellen: Die Torheit der Regierenden: Die EU-Sanktionen und ihr Ende (455-472); Margaretha Kopeinig / Christoph Kotanko: Die Schwächen symbolischer Politik (473-485). Die inhaltliche Wende: Wie es dazu kam, was sie bedeutet, was daraus wird: Norbert Leser: Aspekte der "Wende" (491-500); Peter Pilz: Der Anfang der "Wende" (501-516); Gerfried Sperl: Nach vor, aber auch zurück. Der Machtwechsel als Systemwechsel: Weniger Bürokratie, mehr Ideologie (517-526); Armin Thurnher: Wende ins Offene oder: Wegen Wende leider geschlossen (527-540); Lothar Höbelt: Die Durchquerung der Wüste und das gelobte Land. Der Weg zur zweieinhalbten Republik (541-555); Berndt Ender: Sanktionen - die Stunde der Patrioten. Schlüsselszenen und Akteure (557-576); Andreas Khol: Neu Regieren in einer "autoritären Wende"? Zwischenbilanz einer demokratischen Wende (577-601). Martin Dolezal: Jahreschronik 2000 (605-725); Wahlergebnisse (729-767).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.4 | 2.22 | 2.23 | 2.262 | 3.7 | 3.1 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Andreas Khol / Günther Ofner / Günther Burkert-Dottolo / Stefan Karner (Hrsg.): Österreichisches Jahrbuch für Politik 2000 München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/15944-oesterreichisches-jahrbuch-fuer-politik-2000_18234, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18234 Rezension drucken