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Klaus Poier (Hrsg.)

Persönlichkeiten und Demokratie: Wie wählen wir die besten Köpfe?

Wien/Graz: Neuer Wissenschaftlicher Verlag 2011 (Schriftenreihe für öffentliches Recht und Politikwissenschaft 2); 165 S.; 38,80 €; ISBN 978-3-7083-0278-2
Das politische System in Österreich hat genauso wie viele andere etablierte Demokratien mit diversen Krisen zu kämpfen, wie etwa dem Rückgang der Wahlbeteiligung sowie sinkendem Vertrauen in Parteien und Politiker. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird in Österreich über die Einführung eines Mehrheitswahlrechts diskutiert. Es besteht die Hoffnung, dass es gelingt, auf diese Weise der beobachtbaren Resignation sowie politischen Blockaden entgegenzusteuern. Dieser von Klaus Poier und der „Initiative Mehrheitswahlrecht und Demokratiereform“ gemeinsam gestaltete Sammelband ist somit als wichtiger Debattenbeitrag zu verstehen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass mit einer Reform des Wahlsystems eine erleichterte Mehrheitsbildung sowie eine stärkere Personalisierung einhergehen, die zu mehr politischer Handlungsfähigkeit sowie einer größeren Responsivität führen. Die Beiträge gehen auf ein Symposium im österreichischen Parlament im Jahre 2009 zurück und beschäftigen sich mit zentralen Fragen dieser Thematik, auch unter Einbezug anderer Länder. So beleuchtet Filzmeier den Zusammenhang zwischen Personalisierung der Politik und den Mechanismen der Mediendemokratie am Beispiel österreichischer Spitzenpolitiker. Steininger widmet sich der Unterrepräsentation von Politikerinnen in den europäischen Nationalparlamenten. Er fragt, wie sich die Strukturen der Wahl- und Parteiensysteme sowie die unterschiedlichen Quotenregelungen auf die Repräsentation von Frauen auswirken. Die Entwicklung von parteiinternen Vorwahlen in Österreich als Instrument zur Kandidatenauswahl zeichnet Lackner nach. Seit Mitte der 90er-Jahre erfahren diese wieder eine höhere Aufmerksamkeit, auch befruchtet durch die Mobilisierungsmöglichkeiten des Internets. Strohmeier vergleicht die Persönlichkeitsorientierungen von Politikern vor und nach Wahlen auf nationaler Ebene anhand des deutschen und britischen Wahlsystems. Der Band schließt mit einem konkreten Vorschlag zur Reform des österreichischen Wahlsystems von Poier, der anschließend von Öhlinger aus verfassungsrechtlicher und -politischer Perspektive betrachtet und als viel versprechend eingestuft wird.
Christoph Mohamad-Klotzbach (CHM)
M. A., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung, Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Rubrizierung: 2.4 | 2.22 | 2.24 | 2.27 | 2.332 Empfohlene Zitierweise: Christoph Mohamad-Klotzbach, Rezension zu: Klaus Poier (Hrsg.): Persönlichkeiten und Demokratie: Wie wählen wir die besten Köpfe? Wien/Graz: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/34578-persoenlichkeiten-und-demokratie-wie-waehlen-wir-die-besten-koepfe_41544, veröffentlicht am 05.04.2012. Buch-Nr.: 41544 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken