Suzanne S. Schüttemeyer (Hrsg.)

Politik im Klimawandel. Keine Macht für gerechte Lösungen?

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011; 418 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-4732-3
Wenige Wochen, bevor die UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 spektakulär scheiterte, stellte die DVPW ihren 24. Kongress unter das Motto „Politik im Klimawandel. Keine Macht für gerechte Lösungen“. Es war ein geradezu hellsichtiges Motto, denn es sollte nicht beim Scheitern von Kopenhagen bleiben. Auch die Folgekonferenz in Bonn 2011 blieb weitgehend ergebnislos, erst Durban brachte Fortschritte. In diesem Kongressband sind 14 Tagungsbeiträge zusammengefasst. Es geht im ersten und zweiten Teil um den „Klimawandel und die Problemlösungsfähigkeit der Demokratie“ (41), um Verteilungsgerechtigkeit in „Zeiten globaler Krisen“ (99) und damit zusammenhängende alte und neue Konflikte, um die Unfähigkeit nationaler Staaten und internationaler Organisationen, einer „umweltschädlichen Destruktivität“ (81) und einem „munter-geschäftigen instrumentellen Allmachtsgehabe“ (93) konstruktive Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit entgegenzusetzen. Das Spektrum reicht von klassischer Policy-Analyse über soziologische und philosophische Erörterungen bis hin zur empirischen Untersuchung zu Treibhausgasemissionen und globaler Gerechtigkeit im Klimawandel. Auch Meinungen, die nicht dem Mainstream klimapolitischer Correctness entsprechen, werden diskutiert. So beschäftigt sich Erik Swyngedouw ausführlich mit „Climate Change as Post-Political und Post-Democratic Populism“ (65). Kritisch beschreibt er einen Hang zur Apokalypse und eine „Fetishisation of CO2“ (67). Im dritten Teil wird die These formuliert, dass sich neben dem natürlichen auch das politische Klima verändert hat – national wie supranational. Neben positiven Aspekten wie der „normative power“ (395) der EU beim europäischen Grundrechtsschutz werden auch negative Entwicklungen beschrieben. So sei es der Staatenwelt nicht gelungen, aus der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise die richtigen Konsequenzen zu ziehen: „Die Machtbalance sei nicht zugunsten der Politik verschoben worden“ (10). Der Sammelband enthält eine gute Mischung substanzieller Vorträge.
Armin König (AK)
Dr., Verwaltungswissenschaftler, Bürgermeister der Gemeinde Illingen, Dozent Fachhochschule für Verwaltung (FHSV) des Saarlandes.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 2.26 | 4.45 | 5.2 | 2.22 Empfohlene Zitierweise: Armin König, Rezension zu: Suzanne S. Schüttemeyer (Hrsg.): Politik im Klimawandel. Baden-Baden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/33641-politik-im-klimawandel_40291, veröffentlicht am 22.12.2011. Buch-Nr.: 40291 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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