Robert Grünewald / Ralf Güldenzopf / Melanie Piepenschneider (Hrsg.)

Politische Kommunikation. Beiträge zur Politischen Bildung 1

Berlin: Lit 2011 (Schriftenreihe Politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. 1); III, 343 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-643-10885-2
Politik in einem demokratischen Regierungssystem bedarf zu ihrer Legitimation der grundsätzlichen öffentlichen Unterstützung. Daher ist die Vermittlung von Politik ein wesentlicher Grundstein für eine dauerhafte Stabilität der gesellschaftlichen Ordnung. Diese Bedeutung der politischen Kommunikation wird in dem zum Auftakt der Schriftenreihe „Politische Bildung“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegebenen Buch vermittelt. Die Herausgeber haben mehrere Einzeltexte zu diversen Bereichen dieser Fragestellung versammelt und in vier thematische Kategorien unterteilt. Die erste Kategorie ist neuartigen Entwicklungen der politischen Kommunikation gewidmet. So verweist Andreas Dörner auf die zunehmende Entwicklung der Politikvermittlung hin zum Politainment. So setzten etwa Politiksendungen im Fernsehen vermehrt auf Unterhaltungselemente, um dadurch besser das Zuschauerinteresse an sich binden zu können. Im zweiten Themenbereich analysieren die Autoren die Bedeutung von Bildern. Gerhard Paul beschreibt als Beispiel die Aufnahme des Mädchens Kim Phúc, das sich bei einem Napalm-Angriff schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Das Bild führte zu einer stark emotionalen öffentlichen Diskussion darüber, ob die Fortsetzung des Vietnam-Kriegs legitim ist. Paul verweist aber auch auf die nachträgliche Legendenbildung durch zeitgeschichtliche Formate des ZDF. Der dritte thematische Schwerpunkt liegt auf Talkshows und TV-Duellen. Hier vertritt etwa Jörg-Uwe Nieland die These der „Talkshowisierung“ (208) der politischen Landschaft. Die politischen Akteure befinden sich demnach in einem ständigen Spannungsverhältnis zwischen einem Beobachtungsdruck durch die Zuschauer der Talkrunden und dem Versuch, diese Plattform – teilweise auch in populistischer Art und Weise – für sich zu nutzen. Im letzten Abschnitt wird der Einfluss des Internets betrachtet. Vor allem in den USA hat sich dieses Medium als Wahlkampfwerkzeug etabliert, nicht zuletzt im Präsidentschaftswahlkampf von Barack Obama 2008. Dennoch kommt Ralf Güldenzopf in der Bewertung zu der beruhigenden Erkenntnis, dass weiterhin gilt: „Message over mechanics.“ (307)
Arne Arps (AA)
M. A., Doktorand der Politikwissenschaft, Universität Vechta.
Rubrizierung: 2.22 | 2.24 | 2.333 | 2.332 | 2.314 | 2.64 Empfohlene Zitierweise: Arne Arps, Rezension zu: Robert Grünewald / Ralf Güldenzopf / Melanie Piepenschneider (Hrsg.): Politische Kommunikation. Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/33807-politische-kommunikation_40496, veröffentlicht am 30.06.2011. Buch-Nr.: 40496 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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