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Joachim Behnke

Räumliche Modelle der sachfragenorientierten Wahlentscheidung. Formale Analyse und empirische Untersuchungen der Determinanten ihrer Eignung zur Prognose der Parteiwahl

Hamburg: Verlag Dr. Kovac 1999 (Politica 37); 233 S.; 75,- €; ISBN 3-86064-897-7
Diss. Bamberg. - Jeder Wähler wählt - so der Ansatz der Arbeit - die Partei, die ihm den größtmöglichen Nutzen bietet. Die Parteien können in eine Nutzen-Rangfolge gebracht werden, die mithilfe einer so genannten Nutzenfunktion mathematisch beschrieben werden kann. Allerdings lässt sich eine solche Nutzenfunktion nicht direkt erheben. Will man nun Wahlverhalten mithilfe von räumlichen Modellen prognostizieren, kann man eine zweite, mehr oder weniger realitätsnahe Präferenzordnung konstruieren, wobei die Rangfolge der verschiedenen Parteien über ihre Distanz zum Wähler in einem vorher definierten Raum bestimmt wird. Auch diese Rangfolge kann mathematisch beschrieben werden, die entsprechende Funktion heißt Distanzfunktion. Diese ist also, salopp gesagt, ein Konstrukt, das mehr oder weniger deckungsgleich mit der die tatsächliche Parteienrangfolge beschreibenden Nutzenfunktion ist. Stimmen beide überein, kann man das Wahlverhalten mit 100%iger Sicherheit voraussagen. Natürlich ist eine solche Prognosequalität unerreichbar. Das Ziel der Arbeit besteht darin, Distanzfunktionen für unterschiedliche Wählergruppen zu identifizieren, die eine maximal gute Annäherung an deren jeweilige Nutzenfunktion und darüber möglichst zutreffende Prognosen des tatsächlichen Wahlverhaltens erlauben. Dabei werden die Dimensionen des zugrunde liegenden Raumes über Standpunkte der Parteien zu einzelnen Sachfragen bestimmt; die Modelle liefern damit Erklärungen für das Wahlverhalten, insoweit es inhaltlich motiviert ist. Inhaltsübersicht: 2. Die ökonomische Theorie der Demokratie von Downs und die Theorie der räumlichen Modelle; 3. Die verschiedenen Nutzenfunktionen; 4. Spezifikationen einzelner Komponenten der Nutzenfunktionen; 5. Beschreibung der Schlüsselvariablen der Nutzenfunktionen; 6. Schätzung der Nutzenfunktionen der einzelnen Modelle; 7. Die Schätzung der konkreten Wahl einer Partei; 8. Determinanten des Erfolgs eines Prognosemodells.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.332 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Joachim Behnke: Räumliche Modelle der sachfragenorientierten Wahlentscheidung. Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/12442-raeumliche-modelle-der-sachfragenorientierten-wahlentscheidung_14859, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14859 Rezension drucken