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Reinhard Kück

Star Trek: Politik. Die Politische Kultur einer Sci-Fi-Serie

Norderstedt: Books on Demand 2009; 248 S.; pb., 17,- €; ISBN 978-3-8391-1596-1
Ist Star Trek eine Utopie oder doch reine Science Fiction? Diese Frage möchte Kück, Politikwissenschaftler und Autor eines bereits erschienenen Episodenführers zum jüngsten Serien-Ableger, „ganz nebenbei“ (13) klären. Da sich die klassischen Utopien in den meisten Fällen in einen zeitkritischen und einen das ideale Gemeinwesen beschreibenden Teil untergliedern lassen, möchte auch Kück an einer Betrachtung beider Elemente im Trek-Universum festhalten. Während die Analyse der Polity-Ebene erwartungsgemäß dünn ausfällt, ist die Auseinandersetzung mit der sich im Laufe der über 700 Episoden entwickelnden Policy der Serie umso umfassender. Dass diese immer auch eine Spiegelung realpolitischer Probleme (Kapitalismus, Rassismus, Gleichstellung, Krankheit, Kalter Krieg, 9-11 usw.) der Ursprungsgesellschaft (USA) ist, versteht sich quasi von selbst. Kück greift die sich oft an zeitgenössische amerikanische Positionen anlehnende Moralvorstellung der Serien auf und versucht diese als zu ambivalent zu enttarnen, um das Bild einer utopischen bzw. moralisch höher entwickelten Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Dabei gewinnt man jedoch oft den Eindruck, dass der Autor lediglich einen weiteren, thematisch sortierten Episodenführer erstellt und dabei Widersprüche in einzelnen oder mehreren Episoden aufdeckt. Auf eine tief greifende Ursachenforschung und Darstellung von Entscheidungsprozessen zugunsten einer Ent-Utopisierung der Saga wird jedoch verzichtet. Auffällig sind leider die vielen Rechtschreib- und Bezeichnungsfehler. Dass aus der „United Federation of Planets“ die „Federation of United Planets“ wird, mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, stößt Kennern der Materie jedoch genug auf, um das Werk und dessen politikwissenschaftliche Genauigkeit deutlich kritischer zu betrachten. Die Ergebnisse Kücks bringen den Sachverhalt zwar gut auf den Punkt, lassen aber ähnlich an jener Differenziertheit vermissen, deren Fehlen der Autor letztlich der Serie unterstellt.
Fabian Beigang (FB)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.23 | 2.22 Empfohlene Zitierweise: Fabian Beigang, Rezension zu: Reinhard Kück: Star Trek: Politik. Norderstedt: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31993-star-trek-politik_38155, veröffentlicht am 13.04.2010. Buch-Nr.: 38155 Rezension drucken