Constantin Koniczek

Strategische Interaktionen im Feld des Regierens. Die PDS als Kooperationspartner der SPD auf Landesebene

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2015 (Studien zum Parlamentarismus 26); 533 S.; brosch., 98,- €; ISBN 978-3-8487-2207-5
Politikwiss. Diss. Halle‑Wittenberg; Begutachtung: E. Holtmann, S. Schüttemeyer. – Am Beispiel rot‑roter Bündnisse analysiert Constantin Koniczek, „unter welchen Umständen ein kleinerer Koalitionspartner die günstigsten Chancen hat, bestimmenden Einfluss auf Verlauf und Ergebnis von Koalitionskonflikten auszuüben“ (26). Auf Basis der bisherigen Forschung (unter anderem Krahnenpohl, Putz) arbeitet er als erklärende Variablen die Geschlossenheit der Bündnisfraktionen, der Bündnisparteien und der Regierungsmitglieder, die Positionen in den Wahlprogrammen und in den Koalitionsvereinbarungen sowie eventuelle Übereinstimmungen mit den Oppositionsfraktionen und außerparlamentarischen Gruppen heraus und stellt entsprechende Arbeitshypothesen auf. Diese überprüft Koniczek anhand des „Magdeburger Modells“ (Tolerierungsbündnis in Sachsen‑Anhalt) sowie der rot‑roten Koalitionen in Mecklenburg‑Vorpommern und Berlin, wobei er jene Legislaturperioden untersucht, die bereits vor Beginn seiner Arbeit (2007) beendet waren. Aufgrund dieser (aus arbeitsökonomischen Gründen nachvollziehbaren) Einschränkung bleiben die zweite Amtszeit von Rot‑Rot in Berlin (2006‑2011) und die komplette Zeit des Bündnisses in Brandenburg (seit 2009) unberücksichtigt. Die zehn untersuchten Konflikte, zu denen drei Personalentscheidungen (zum Beispiel Nachfolge des Rechnungspräsidenten) und sieben Policy‑Konflikte (unter anderem Votum über rot‑grüne Rentenreform im Bundesrat, Erhöhung von Kita‑Gebühren) gehören, werden nach einem einheitlichen Muster auf fast 370 Seiten analysiert. Diese Intensität erschwert – nicht zuletzt aufgrund teilweise redundanter sprachlicher Formulierungen – das Lesen, bietet jedoch vielfältige Informationen zu den einzelnen Fällen und anschauliche Einschätzungen der interviewten Akteure. Insgesamt hänge die Durchsetzungsfähigkeit der PDS insbesondere von „eindeutig präjudizierende[n] bündnisinterne[n] Vereinbarungen bzw. Absprachen“ ab. Gebe es solche Vorgaben nicht, dann seien „das Maß der internen Geschlossenheit der beiden Bündnisfraktionen“ (506), das einheitliche beziehungsweise divergierende Agieren der Fraktionen sowie die Positionierung der Opposition die ausschlaggebenden Faktoren.
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Rubrizierung: 2.3312.325 Empfohlene Zitierweise: Hendrik Träger, Rezension zu: Constantin Koniczek: Strategische Interaktionen im Feld des Regierens. Baden-Baden: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39574-strategische-interaktionen-im-feld-des-regierens_48078, veröffentlicht am 31.03.2016. Buch-Nr.: 48078 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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