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Wolfgang Merkel / Eberhard Sandschneider (Hrsg.)

Systemwechsel 4. Die Rolle von Verbänden im Transformationsprozeß

Opladen: Leske + Budrich 1999; 357 S.; 49,- DM; ISBN 3-8100-1925-9
Die Mehrheit der Beiträge wurde erstmalig auf einer Tagung des Arbeitskreises Systemwechsel der DVPW im November 1995 in Saarbrücken diskutiert. Der Band schließt sich an die drei vorangegangenen Bände zur Systemtransformation an: Band 1 behandelte den allgemeinen theoretischen Stand politikwissenschaftlicher Transformationstheorie, Band 2 stellte die Herausbildung von konsolidierungsfähigen Institutionen in den Mittelpunkt (siehe ZPol 3/96: 693) und im Band 3 wurde die Rolle von Parteien im Transformations- und Konsolidierungsprozeß junger Demokratien der dritten Welle untersucht (siehe ZPol 4/97: 1.395). Im vorliegenden Band 4 stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: "Welche Rolle haben intermediäre Gruppen längerfristig im Verlauf politischer Transformationsprozesse gespielt? Welche Wechselwirkungen lassen sich zwischen der Konsolidierung neuer Demokratien und der Artikulation und Vermittlung von Gruppeninteressen außerhalb der Kanäle des Parteiensystems erkennen?" (7) In einem Schlußkapitel fassen Croissant, Merkel und Sandschneider die Ergebnisse der verschiedenen Betrachtungen zusammen. Zu Beginn einer Transition (in der Phase der Liberalisierung) haben Verbände in aller Regel nur geringen Einfluß auf den Zusammenbruch autoritärer Regime (338). In Demokratien stärkt ein System repräsentativ und kooperativ handelnder Verbände sowohl die Effizienz und die Effektivität politischer Entscheidungen als auch die Abwehrkräfte der Demokratie gegen despotische Regungen der Eliten (347). Die Konsolidierung verbandlicher Interessenwahrnehmung verläuft jedoch auf teils stark divergierenden Entwicklungspfaden, so daß "von einer Konvergenz der Verbändesysteme in jungen Demokratien nicht die Rede sein kann" (350). Inhalt: Peter A. Kraus: Assoziationen und Interessenrepräsentation in neuen Demokratien (23-44); Philippe C. Schmitter: Organisierte Interessen und die Konsolidierung der Demokratie in Südeuropa (45-82); Helmut Wiesenthal: Interessenverbände in Ostmitteleuropa – Startbedingungen und Entwicklungsprobleme (83-113); Sándor Kurtán: Gewerkschaften und Tripartismus im ostmitteleuropäischen Systemwechsel (115-135); Petra Stykow: Staat, Verbände und Interessengruppen in der russischen Politik (137-179); Peter Birle: Die südamerikanischen Gewerkschaften und Unternehmerverbände im Systemwechsel – Eine historisch-vergleichende Betrachtung (181-219); Andreas Mehler: Verbände und Interessengruppen im Transformationsprozeß in Afrika: Annäherungen an ein wenig erforschtes Thema (221-243); Gunter Schubert / Mark Thompson: Verbände im Systemwechselprozeß der Länder Taiwan, Südkorea und Philippinen – ein Vergleich (245-278); Sebastian Heilmann: Verbände und Interessenvermittlung in der VR China: Die marktinduzierte Transformation eines leninistischen Staates (279-328); Aurel Croissant / Wolfgang Merkel / Eberhard Sandschneider: Verbände und Verbändesysteme im Transformationsprozeß: ein zusammenfassender Vergleich (329-355).
Thomas Morick (TM)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.61 | 2.62 | 2.65 | 2.67 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Thomas Morick, Rezension zu: Wolfgang Merkel / Eberhard Sandschneider (Hrsg.): Systemwechsel 4. Opladen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/4301-systemwechsel-4_6060, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6060 Rezension drucken