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Julia M. Eckert (Hrsg.)

The Social Life of Anti-Terrorism Laws. The War on Terror and the Classifications of the "Dangerous Other"

Bielefeld: transcript Verlag 2008 (Sociology); 195 S.; kart., 24,80 €; ISBN 978-3-89942-964-0
In dem Sammelband werden zwei Entwicklungen in der Konzeption von Staatsbürgerschaft untersucht, die sich im Kontext des „Krieges gegen den Terror“ ergeben haben. Dabei handelt es sich namentlich um die Rekulturalisierung der Mitgliedschaft in der Ordnung politischer Institutionen und um die Remoralisierung des Zugangs zu Bürgerrechten. Dazu nehmen die Autoren eine anthropologische Perspektive ein und verfolgen die Konsequenzen, die die Transnationalisierung des „Krieges gegen den Terror“ auf die Wahrnehmung „des gefährlichen Anderen“ als eines Abstraktums in unterschiedlichen sozialen und politischen Zusammenhängen hat. Es wird zudem gefragt, welche Veränderungen sich in den Ideen von Staat und Nation durch eine wachsende Praxis der Sicherheitspolitik vollzogen haben und inwieweit diese Veränderungen staatsbürgerschaftliches Handeln und das Handeln gesellschaftlicher Gruppen beeinflusst haben. Der sehr interessante Beitrag von Werner Schiffauer bezieht sich auf die Situation in Deutschland und ist den Auswirkungen präventiver Sicherheitsmaßnahmen der Behörden auf die Integration muslimischer Migranten in die deutsche Gesellschaft gewidmet. Der Autor stellt einleitend fest, dass es in Deutschland zu einer hochkonzentrierten Vernetzung von Verfassungsschutz, Einwanderungsbehörden und Gerichten gekommen ist. Diese beruhe auf der Übereinstimmung in der Annahme einer wie auch immer gearteten islamischen Bedrohung und führe zu einer Eigendynamik der internen Abstimmung zwischen den Behörden. Der beunruhigende Effekt, so Schiffauer, sei: „the usual checks and balances of various state authorities […] are reduced” (56). Zudem führe die Stigmatisierung muslimischer Bürger zu einem Prozess der Ausgrenzung und Selbstisolierung. Der Autor stellt fest, dass gerade der konservative Islam nicht per se als Vorstufe zum radikalen oder revolutionären Islam gesehen werden dürfe, sondern vielmehr als Alternative.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.25 | 2.263 | 4.41 | 2.64 | 2.61 | 2.67 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Julia M. Eckert (Hrsg.): The Social Life of Anti-Terrorism Laws. Bielefeld: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29524-the-social-life-of-anti-terrorism-laws_34954, veröffentlicht am 30.09.2008. Buch-Nr.: 34954 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken