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Akua O. Britwum / Sue Ledwith (Hrsg.)

Visibility and Voice for Union Women. Country case studies from Global Labour University researchers

München/Mering: Rainer Hampp Verlag 2014 (Labor and Globalization 4); XVIII, 221 S.; 24,80 €; ISBN 978-3-86618-395-7
Der Band versammelt Fallstudien, die sich zu gewerkschaftlicher Arbeit im Zusammenhang mit Frauen, Frauenrechten und Genderthematiken befassen. Der geografische Schwerpunkt liegt dabei außerhalb Europas und der anglo‑amerikanischen Welt, in Ländern wie Brasilien, Ghana, Indien, den Philippinen, Südafrika, der Türkei und Simbabwe. Getragen wird das Unterfangen von der Gender and Trade Union Research Group, die an der Global Labour University beheimatet ist. Grundsätzlich, so die Herausgeberinnen, sei durch die globale ökonomische Veränderung hin zu mehr organisatorischer Deregulierung ein Trend zu beobachten, wonach die Möglichkeiten von Arbeiterinnen und Arbeitern, sich zu kollektiven Aktionen zusammenzufinden, immer stärker erodieren. Im gleichen Maße wachse die Unmöglichkeit, für die Wahrung der eigenen Rechte hinreichend effektiv eintreten zu können. Dieser Befund gelte für Fließbandarbeiter_innen in Brasilien ebenso wie für Straßenkehrer_innen in Mumbai. Frauen seien hiervon noch besonders betroffen. Obschon sie in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker in den globalen Arbeitsmarkt einbezogen worden seien, würden sie dabei häufig benachteiligt, etwa wenn es um die Durchsetzung des Prinzips gleicher Lohn für gleiche Arbeit gehe. Im Falle der Philippinen etwa, so zeigen Melisa R. Serrano und Ramon A. Certeza, sei eine durchaus ambivalente Arbeitswelt zu besichtigen: Im Zuge der globalen Wirtschafts‑ und Finanzkrise seit 2008 sei es dem Land gelungen, permanent auf Wachstumskurs zu bleiben. Diese Erfolgsgeschichte sei indes durch eine – wenn auch moderat – steigende Arbeitslosigkeit, durch Lohnkürzungen und nicht zuletzt durch Flexibilisierung bei Arbeitsverhältnissen und einen Rückgang gewerkschaftlicher Organisation begleitet worden. Das führe dann schließlich zu solch kuriosen Situationen, dass selbst in Sektoren, in denen Frauen die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten stellten – etwa in der Textil‑ und Bekleidungsindustrie – sie dennoch gewerkschaftlich praktisch nicht vertreten seien. Dass vor diesem organisatorischen Hintergrund die weitere Verankerung von Frauen‑ und Genderthemen in den Gewerkschaften und deren Durchsetzung bei Tarifverhandlungen schwierig ist, erscheint da nur zu gut nachvollziehbar.
{LEM}
Rubrizierung: 2.222.272.662.672.652.632.68 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Akua O. Britwum / Sue Ledwith (Hrsg.): Visibility and Voice for Union Women. München/Mering: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/40043-visibility-and-voice-for-union-women_47098, veröffentlicht am 01.09.2016. Buch-Nr.: 47098 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken