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Dschihadistinnen
Dschihadistinnen – Faszination Märtyrertod
Dietz
Bonn

Warum entschließen sich junge Frauen, ihr gewohntes Leben aufzugeben und sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen? Ausgehend von einer Analyse der IS-Ideologie und des Frauenbildes sowie umfangreichen Quellenmaterials beschreiben Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman den Werdegang und die Motivation von Dschihadistinnen. Deren Beweggründe entspringen oftmals einem Bedürfnis nach Selbstermächtigung und ihre Entscheidungen sind nicht, wie oft angenommen, die Folge einer Gehirnwäsche. Der IS scheint ihnen eine politische Alternative zum Leben in der westlichen Moderne anzubieten.

Geschichte Al-Qaidas
Geschichte Al-Qaidas. Bin Laden, der 11. September und die tausend Fronten des Terrors heute
C. H. Beck
München

Manchmal ist ein Spin Off erfolgreicher als das Original – genau das ist al-Qaida passiert. Diese „Basis“ des Dschihadismus, die verantwortlich für eine neue Qualität des transnationalen Terrorismus zeichnet, wurde von ihrer irakischen Filiale, dem sogenannten Islamischen Staat, sowohl medial als auch zunächst durch militärische Erfolge an den Rand gedrängt. Behnam Said erläutert allerdings, dass dieser Eindruck täuscht: al-Qaida hat sich zu einem effektiv gesteuerten Netzwerk mit Ablegern in verschiedenen Regionen weiterentwickelt. In seinem Buch zeigt er diesen gesamten Kontext auf.

Das Radikalisierungsparadigma. Eine analytische Sackgasse der Terrorismusbekämpfung?
Das Radikalisierungsparadigma. Eine analytische Sackgasse der Terrorismusbekämpfung?
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Wiesbaden

Die Erforschung des Terrorismus befindet sich nach Ansicht von Michail Logvinov seit 9/11 auf einem Irrweg. Er kritisiert vor allem, dass der Ideologie der Täter eine unangemessen hohe Bedeutung zugeschrieben wird. Damit widerspricht er einem naiv-linearen Verständnis des Radikalisierungsprozesses und stellt stattdessen Erinnerungsfiguren heraus, auf die sich die verschiedenen islamistischen Strömungen gemeinsam beziehen. Neben diesen kulturellen Aspekten hebt Logvinov in seinem ausführlichen Essay vor allem die Bedeutung sozioökonomischer Motive für eine Radikalisierung hervor.

Weltunordnung
Weltunordnung. Die globalen Krisen und das Versagen des Westens
C. H. Beck
München

Bürgerkriege, Pandemien, Flüchtlingsbewegungen – die Welt befindet sich in Unordnung und dafür sind nach Ansicht von Carlo Masala die westlichen Staaten durchaus mitverantwortlich: Mit Interventionen und Nation Building hätten sie versucht, ihr liberales System zu exportieren, seien aber damit wiederholt gescheitert und hätten den jeweiligen Staaten vor allem geschadet. Masala hält folglich die Absicht, moralische Grundsätze in der Außenpolitik umsetzen zu wollen, für nicht sinnvoll. Er plädiert daher aus deutscher Sicht auf eine nüchterne, interessengeleitete Außenpolitik.

Strategie und Taktik
Strategie und Taktik. Ein Leitfaden für das politische Überleben
Nomos
Baden-Baden

Dem Anspruch, durch Rückgriff auf Klassiker wie Max Weber, Niccolò Machiavelli oder Sun Tsu jungen Politiker*innen einen Leitfanden für ihr politisches Handeln anzubieten, wird dieses von Paul Kevenhörster und Benjamin Laag herausgegebene Büchlein zum Bedauern unseres Rezensenten Michael Rohschürmann nicht gerecht. Die Verkopplung der Klassikertexte mit Beispielen aus der deutschen Politik sei zu wenig aussagekräftig, um daraus Regeln ableiten zu können. Es bleibe also doch nur die parteiinterne Ochsentour, um praktisch zu lernen, was hier theoretisch nicht vermittelt werden konnte.

Jihadi Culture: The Art and Social Practices of Militant Islamists
Jihadi Culture: The Art and Social Practices of Militant Islamists
Cambridge University Press
Cambridge

Dass es bei Militanz und Kampfgeist nicht nur um Bomben und Doktrinen geht, sondern auch um Rituale und Bräuche, um Musikfilme und das Erzählen von Geschichten, um Sport und Essen, ist allen, die sich ausführlich mit der Propaganda des Islamischen Staates befasst haben, eigentlich klar. Dennoch bleiben diese Aspekte im akademischen Diskurs weitgehend ausgeblendet. Erhellt werden sie in dem Sammelband des norwegischen Dschihadismus-Experten Thomas Hegghammer. Er und sein Autorenteam befassen sich mit der Bedeutung von Poesie, Musik, Bildsprache und Literatur in der dschihadistischen Kultur.

Die neuen Kriege in der arabischen Welt
Die neuen Kriege in der arabischen Welt. Wie aus Aufständen Anarchie wurde
Edition Körber-Stiftung
Hamburg

Marc Lynch, der Erfinder des Begriffs „Arabischer Frühling“, legt eine Bewertung der Aufstandsbewegungen in der arabischen Welt nach 2011 vor. In neun Kapiteln arbeitet er die sozialen und politischen Entwicklungen in den Aufstandsländern, die Interessenlagen der Regionalmächte und die Rolle der USA heraus. Auch geht er auf die Muslimbruderschaft ein, die er als ein Bollwerk gegen radikalere dschihadistische Kräfte einschätzt. Nach dem Scheitern der ersten Rebellion und angesichts der äußerst instabilen politischen Landschaft seien weitere und gewaltsamere Aufstände zu erwarten.

Maryam A.: Mein Leben im Kalifat. Eine deutsche IS-Aussteigerin erzählt
Maryam A.: Mein Leben im Kalifat. Eine deutsche IS-Aussteigerin erzählt
Deutsche Verlags-Anstalt
München

Christoph Reuter bietet eine seltene Innenansicht des IS aus dem Blickwinkel einer deutschen Konvertitin, die zusammen mit ihrem Mann im Sommer 2014 dem Ruf zur Ansiedlung im Machtbereich des IS in Syrien folgt. Unter dem Pseudonym Maryam beschreibt sie ihre Erlebnisse im Mikrokosmos der Frauen. Es ist der persönliche Blickwinkel, der dem IS-Terror einen menschlichen Anstrich verleiht, hebt Rezensent Michael Rohschürmann hervor. Damit offenbare sich angesichts der Wahrnehmung des Tötens als alltägliches Ereignis eine erschreckende „Banalität des Bösen“, wie sie schon Hannah Arendt am Beispiel des Eichmann-Prozesses beschrieben hatte.

Terrorism Revisited. Islamism, Political Violence and State-Sponsorship
Terrorism Revisited. Islamism, Political Violence and State-Sponsorship
Springer
Cham

Paulo Casaca und Siegfried O. Wolf stellen mit ihrem Autorenteam einen neuen Ansatz vor, um sich zeitgenössischen terroristischen Erscheinungsformen zu nähern. Dazu werden sowohl historische Entwicklungen als auch Fallstudien untersucht. Staatlich unterstützter Terrorismus spielt ebenso eine Rolle wie Formen der generellen politischen Gewalt. Thematisch bewegen sich die Artikel von der iranischen Revolution über das Anwachsen des sunnitischen Terrorismus und dessen historischer Verbindung zu Pakistan über nationale Dschihadbewegungen bis hin zu den sogenannten tamilischen Befreiungstigern.

Trügerische Sicherheit
Trügerische Sicherheit. Wie die Terrorangst uns in den Ausnahmezustand treibt
Edition Körber
Hamburg

„Wer bereit ist, grundlegende Freiheiten zu opfern, um kurzzeitige Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere, und wird am Ende beides verlieren“, warnte bereits Benjamin Franklin. Unter dem Eindruck des internationalen Terrorismus und zunehmender Anschläge fragt der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar deshalb nach den politischen und juristischen Folgen der Antiterrorpolitik. Dabei versteht er sein Buch als „Plädoyer, der durch Terrorgefahr und Terrorangst bewirkten Erosion der offenen Gesellschaft selbstbewusst entgegenzutreten.“

Wir können nicht allen helfen. Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit
Wir können nicht allen helfen. Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit
Siedler Verlag
München

Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bleibe seinem Image als Kritiker der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung treu, auch wenn er in dieser Publikation überlegter und ausgewogener argumentiere, als man das bisweilen von ihm aus den sozialen Medien gewohnt sei, schreibt Rezensent Michael Rohschürmann. Dies liege auch daran, dass er über seine Erfahrungen als Kommunalpolitiker berichtet und die von ihm eingeleiteten konkreten Maßnahmen beschreibt. Dennoch sei die Publikation in erster Linie ein politisches Statement, Ansätze für eine Lösung der Flüchtlingsfrage fehlten allerdings.

Der neue Terrorismus
Der neue Terrorismus. Neue Akteure, neue Strategien, neue Taktiken und neue Mittel
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Wiesbaden

Stefan Goertz widmet sich dem „neuen Terrorismus“ – der Titel erinnert nicht von ungefähr an Herfried Münklers „Die neuen Kriege“. Dieses „Neue“ versteht er sowohl quantitativ – Anzahl der Straftaten und Täter – als auch qualitativ, etwa hinsichtlich der Ideologie, der Nutzung neuer Medien oder der Zusammenarbeit mit kriminellen Organisationen. Er fasst den aktuellen Forschungsstand knapp aber zielführend zusammen und greift dabei auch auf neueste Ergebnisse und Quellen zurück. Zugleich werden kurz die wichtigsten Vordenker des gegenwärtigen islamischen Extremismus in einer sinnvollen Auswahl vorgestellt.

„Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.“ Der Dschihad und die Wurzeln des Terrors
„Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“. Der Dschihad und die Wurzeln des Terrors
Siedler Verlag
München

Olivier Roy befasst sich mit den Hintergründen und Motivationen islamistischer Terroristen. Dabei folgt er seinem aus vorangegangenen Publikationen bekannten Argumentationsstrang, der die Bedeutung der Religion oder sozio-ökonomischer Probleme als überbewertet betrachtet und stattdessen auf psychologische Faktoren fokussiert. Für ihn sind islamistische Terrorakte nicht zwangsläufig aus der islamischen Lehre hervorgegangen. Die Täter „werden nicht radikal, weil sie bestimmte Texte falsch verstanden haben oder sie manipuliert wurden: Sie sind radikal, weil sie radikal sein wollen“.

Das Kalifat. Von Mohammeds Tod bis zum "Islamischen Staat"
Das Kalifat. Von Mohammeds Tod bis zum "Islamischen Staat"
C. H. Beck
München

Wer kann Kalif werden? Wie wird ein Kalif gewählt? Welche Machtfülle hat ein Kalif? Mit diesen drei Kernfragen der Kalifatsidee, auf die die islamische Geschichte die unterschiedlichsten Antworten bereithält, befasst sich der Londoner Islamwissenschaftler Hugh Kennedy in seiner historischen Arbeit. Er zeichnet ein großes Bild von Siegen, prächtiger Machtentfaltung und einem schleichenden Niedergang der unterschiedlichen Kalifate. Indem er die notwendigen Bezüge zur Gegenwart darstellt, belegt er eindrücklich, dass das Studium der islamischen Geschichte eine wesentliche Voraussetzung zum Verständnis heutiger Phänomene darstellt.

„Lasset uns in shaʼa Allah ein Plan machen“. Fallgestützte Analyse der Radikalisierung einer WhatsApp-Gruppe
„Lasset uns in shaʼa Allah ein Plan machen“. Fallgestützte Analyse der Radikalisierung einer WhatsApp-Gruppe
Springer VS
Wiesbaden

Der Sammelband stellt eine der ersten deutschsprachigen Untersuchungen zur Jugendradikalisierung in salafistischen Netzwerken dar, die auf empirischem Material basiert – in diesem Fall dem Protokoll eines WhatsApp-Chats. 5.757 Botschaften aus drei Monaten wurden ausgewertet. Sie gewähren Einblicke in Gruppendynamiken, in die Gedankenwelt und den tatsächlichen Radikalisierungsprozess einer zunehmend militanter werdenden Gruppe junger Salafisten. Der Band enthält politische Empfehlungen für die Präventionspraxis, Adressaten für Maßnahmen zur De-Radikalisierung seien in erster Linie die Schule und die Jugendhilfe.

Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug
Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug
Patmos
Ostfildern

Das Erstarken islamistischer Vorstellungen ist für den Religionswissenschaftler Michael Blume Symptom einer schweren Krise des Islam, die er auf eine Fehlentscheidung des osmanischen Sultans im Jahr 1482 zurückführt: Mit dem Verbot des Buchdrucks für arabische Schriftzeichen habe ein Niedergang der islamischen Hochkultur eingesetzt, dessen Folgen bis in die heutige Zeit hineinwirken. Dazu zähle eine massive Bildungskrise, eine verpasste Demokratisierung infolge des Ölbooms und eine fortschreitende Säkularisierung. Der Autor fordert die Muslime zu einem selbstkritischen Blick auf die eigene Geschichte auf, der gewagt und ausgehalten werden müsse.

Krieg, Trauma, Politik. Gewalt und Generation: Die unbewusste Dynamik
Krieg, Trauma, Politik. Gewalt und Generation: Die unbewusste Dynamik
Brandes & Apsel
Frankfurt a. M.

Die Themen Krieg und Terrorismus sind aus den täglichen Nachrichten kaum noch wegzudenken. Michael Wolf legt zu diesem Komplex nun nicht nur einfach ein weiteres Buch vor, sondern ergänzt den Blick darauf um eine dringend benötigte Perspektive: Welche langfristigen und generationenübergreifenden Auswirkungen haben diese Gewalterfahrungen – ob aus erster Hand oder medial vermittelt – auf die Politik und die Psyche der Menschen? Diese Fragen werden aus psychoanalytischer Sicht betrachtet und dabei die psychologischen Folgen mit Blick auf ganze Bevölkerungen in den Blick genommen.

Verändert die europäische Flüchtlingskrise die Entwicklungszusammenarbeit?
Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert: Wissenschaft und Praxis im Dialog
Verändert die europäische Flüchtlingskrise die Entwicklungszusammenarbeit?
Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert: Wissenschaft und Praxis im Dialog
Nomos
Baden-Baden

Dass die „Flüchtlingskrise“ einen großen Einfluss auf die europäische und deutsche Politik hat, ist unbestreitbar. Viele Menschen haben diffuse Ängste und die Politik meint, schnelle Lösungsansätze anbieten zu müssen. Ein häufig wiederholter Vorschlag lautet, mehr finanzielle Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, um die Fluchtursachen zu bekämpfen und damit die Migrationsströme nach Europa einzudämmen. Aber besteht zwischen Flucht und Entwicklungszusammenarbeit überhaupt ein Zusammenhang? Der von Hartmut Sangmeister und Heike Wagner herausgegebene Band gibt Hinweise.

Krieg im 21. Jahrhundert. Konzepte, Akteure, Herausforderungen
Krieg im 21. Jahrhundert. Konzepte, Akteure, Herausforderungen
Nomos
Baden-Baden

Das Ende des Ersten Weltkrieges – des Großen Krieges – wird sich 2018 zum hundertsten Mal jähren. Für Herfried Münkler ist er „der Brutkasten, in dem fast alle Technologien, Strategien und Ideologien entwickelt wurden, die sich seitdem im Arsenal politischer Akteure befinden“. Im Blickpunkt dieses Bandes steht nun der Wandel von Krieg im 21. Jahrhundert – er ist komplexer, volatiler, gesellschaftszentrierter und informationsintensiver geworden. Krieg zu verstehen soll helfen, ihn zu vermeiden, erklärt Herausgeber Hans-Georg Ehrhart die Intention, die hinter den Beiträgen steht.

Entwicklungstheorie von heute – Entwicklungspolitik von morgen
Entwicklungstheorie von heute – Entwicklungspolitik von morgen
Nomos
Baden-Baden

Angesichts der eher bescheidenen entwicklungspolitischen Erfolge der vergangenen Dekaden wollen die Herausgeber Hans-Jürgen Burchardt, Stefan Peters und Nico Weinmann mit diesem Band neue Horizonte für die künftige internationale Zusammenarbeit aufzeigen. Zum einen werden verschiedene entwicklungstheoretische Diskurse aufgegriffen, zum anderen Stärken und Schwächen bisheriger Entwicklungspolitik an länderbezogenen Fallbeispielen und für relevante Themenfelder wie Arbeit, informelle Ökonomie und soziale Ungleichheit sowie Rohstoff- und Umweltpolitik erörtert. Unter anderem wird gefordert, endlich den Eurozentrismus in der Entwicklungsforschung abzulegen.

Das religiöse Fundament des Dschihadismus. Eine eigene Lesart der Geschichte

 Sammelrezension

zerstoerte Maedchenschule

Das religiöse Fundament des Dschihadismus. Eine eigene Lesart der Geschichte

Vorgestellt werden drei Bücher, die sich mit der Verbindung von Islam und Gewalt befassen. Rüdiger Lohlker legt ein äußerst quellenreiches Überblickswerk über die Entwicklung und Verbreitung einer radikalen islamischen Theologie vor. Jan-Heiner Tück bietet mit seinem Sammelband eine teils kontroverse Diskussion über die Radikalität des Islam. Einen Schwerpunkt stellt die Konzeption des Martyriums dar. Abdel Bari Atwan wiederum betrachtet die Bedeutung der neuen Medien als wichtige Stütze des IS.

Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart
Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart
transcript
Bielefeld

Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie kann Gewalt thematisiert werden, ohne dass diese Praxis selbst zu einer unangemessenen Gewalt wird? Warum lösen die aktuellen Migrationsbewegungen in Europa ein altes Muster der Imagination des Fremden als Feind aus? Es soll in den Beiträgen also darum gehen, die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse, die durch die Flüchtlingsbewegungen ausgelöst worden sind, zu erfassen. María do Mar Castro Varela und Paul Mecheril konnten 18 Autor*innen verschiedener Disziplinen gewinnen, die das Thema aus mehreren Blickwinkeln beleuchten.

Radicalism and Terrorism in the 21st Century. Implications for Security
Radicalism and Terrorism in the 21st Century. Implications for Security
Peter Lang Verlag
Frankfurt am Main, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien

In welchen Ausprägungen zeigen sich Radikalisierung und Terrorismus in der Europäischen Union? Wie wirken sich diese auf sie aus? In dem Sammelband „Radicalism and Terrorism in the 21st Century“ wird dieser Themenkomplex vor allem aus polnischer und spanischer Perspektive ausgeleuchtet. Gefragt wird nach den Mechanismen der Radikalisierung ebenso wie nach der Möglichkeiten der Prävention. Während grundsätzlich ein großer Forschungsbedarf erkannt wird, stimmen die Vorschläge der Autor*innen bereits überein: Die EU-Mitgliedsstaaten sollten Prävention und Gesetze aufeinander abstimmen.

Imaginationen rechtsstaatlicher und demokratischer Polizei. Deutsche Polizeiprojekte in Afghanistan von 1957 bis 2010
Imaginationen rechtsstaatlicher und demokratischer Polizei. Deutsche Polizeiprojekte in Afghanistan von 1957 bis 2010
Beltz Juventa
Weinheim

Wie lässt sich erklären, „dass die deutsche Polizei bereits seit dem Ende der 1950er-Jahre am Aufbau und an der Ausbildung der afghanischen Polizei beteiligt war, ohne dabei nennenswerte Erfolge vorzeigen zu können“? Bereits mit dieser einleitenden Frage wird deutlich, dass sich Lars Ostermeier kritisch mit dem Projekt des Polizeiaufbaus in Afghanistan, aber auch ganz allgemein mit dem Projekt des dortigen Staatsaufbau auseinandersetzt. Die Geschichte dieser deutsch-afghanischen Zusammenarbeit schildert er als Partnerschaft, in der beide Seiten unterschiedliche Ziele verfolgten.

Wie wir uns schützen können. Zum Umgang mit dem islamistischen Terror

Sammelrezension

Wie wir uns schützen können. Zum Umgang mit dem islamistischen Terror

Wie ist mit dem Terrorismus umzugehen, der vom Islamischen Staat ausgeht? Florian Peil stellt in seinem Buch „Terrorismus“ ebenso wie Philippe-Joseph Salazar in „Die Sprache des Terrors“ diese Frage in den Mittelpunkt der Analyse. Während Peil Handlungsempfehlungen und Verhaltensregeln aus der professionellen Sicht eines Sicherheitsexperten liefert, setzt sich der Philosoph Salazar mit der ausgefeilten Rhetorik des IS auseinander.

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