Portal für Politikwissenschaft

Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept

Rolf H. Hasse / Friedrun Quaas (Hrsg.)

Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept. Zur Integrationskraft der Sozialen Marktwirtschaft

Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Paul Haupt 2002; 376 S.; geb., 39,90 €; ISBN 3-258-06541-1
In Deutschland gibt es keine Soziale Marktwirtschaft mehr. Auf dem Symposion „Soziale Marktwirtschaft - Dimensionen eines integrativen Konzepts" (9), das im November 2001 am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität Leipzig stattfand, war dieser gemeinsame Nenner schnell gefunden. Anlässlich des 100. Geburtstages des Ökonomen und Politikers Alfred Müller-Armack wurde sein ordnungspolitischer Entwurf mit der heutigen Wirtschaftsverfassung in Deutschland und Europa verglichen. Eine wirkliche Ausprägung habe das Konzept, das als Leitbild für die praktische Politik fungieren sollte, nur von 1948 bis 1966 gehabt. Danach sei durch den finanz- und sozialpolitischen „Overkill" (45) des Sozialstaates der Gedanke von Müller-Armack, das Prinzip der Freiheit des Marktes mit dem des sozialen Ausgleiches zu verbinden, immer mehr verfehlt worden. Ausstrahlungskraft habe der Entwurf der Sozialen Marktwirtschaft heute von neuem, da die Umgestaltung der Wirtschaftsordnung hin zu mehr Leistungsfähigkeit avisiert werden soll. Müller-Armack hatte aber mit seinem Theoriegebäude mehr als nur die Untiefen der Wirtschaftspolitik dieser oder jener Regierung vor Augen. Er stellte ein umfassendes und facettenreiches Gesellschaftskonzept vor, das auf dem Fundament der Friedfertigkeit und Konfliktbewältigung ruht. Auch das wird in einigen Beiträgen zur Ethik der Sozialen Marktwirtschaft deutlich. Inhalt: Rolf H. Hasse / Friedrun Quaas: Soziale Marktwirtschaft - Dimensionen eines integrativen Konzepts (9-19). 1. Soziale Marktwirtschaft als wirtschafts- und ordnungspolitisches Konzept: Egon Tuchtfeldt: Grundsätze der Wirtschaftspolitik der Sozialen Marktwirtschaft (27-45); Bertram Schefold: Vom Interventionsstaat zur Sozialen Marktwirtschaft: Der Weg Alfred Müller-Armacks (47-87). 2. Soziale Marktwirtschaft in der internationalen Perspektive: Reinhold Biskup: Europäische Integration und Soziale Marktwirtschaft: Wegweisungen Alfred Müller-Armacks und Verirrungen der Europapolitik (89-139); Wolf Schäfer: Soziale Marktwirtschaft in der internationalen Perspektive - Einführungsthesen zur Podiumsdiskussion (141-144); François Bilger: Die Soziale Marktwirtschaft aus französischer Perspektive (145-149); Reinhold Biskup: Spanien - Soziale Marktwirtschaft und Europa (151-158); Ulrich Matthée: Thesen zur Sozialen Marktwirtschaft anlässlich des 100. Geburtstages von Alfred Müller-Armack (159-168); Ronald Clapham: Die Soziale Marktwirtschaft in der internationalen Ordnung (169-185). 3. Ethik in der Sozialen Marktwirtschaft: Anton Rauscher: Das Menschenbild der Sozialen Marktwirtschaft (187-205); Friedrun Quaas: Alfred Müller-Armacks Idee der „Sozialen Irenik" und ihre Anwendungsmöglichkeiten (207-225). 4. Ordnungspolitischer Reformbedarf in der Sozialen Marktwirtschaft: Viktor Vanberg: Soziale Sicherheit, Müller-Armacks „Soziale Irenik" und die ordoliberale Perspektive (227-260); Hans Willgerodt: Die Universität zwischen Freiheit, Markt und Regulierung (261-307); Mathias Rauch: Zu Biographie und Bibliographie Alfred Müller-Armacks (309-352).
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 1.3 | 2.61 | 5.45 | 2.3 | 3.1 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Rolf H. Hasse / Friedrun Quaas (Hrsg.): Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept. Bern/Stuttgart/Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/18398-wirtschaftsordnung-und-gesellschaftskonzept_21301, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21301 Rezension drucken

Suchen...