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Thema: Armut im Wohlstand

Schicksalsgemeinschaften, Aussteiger*innen und kulturelle Waisen
Wie wird Armut in Familien (nicht) „vererbt“?

Foto: Free-Photo / pixabayDer Bezug von Sozialleistungen wird häufig mit negativen Wirkungen für die Lebenslage der Betroffenen verbunden. Er kann aber auch die individuelle Handlungsautonomie fördern und Chancen auf einen sozialen Aufstieg ermöglichen. Foto: Free-Photo / pixabayDie Annahme, dass Menschen, die in Armut aufwachsen, von Werthaltungen und Handlungsmustern geprägt seien, die als armutstypisch gelten und Armut sich von Generation zu Generation „vererbe“, halte sich in der Sozialforschung hartnäckig. Die damit verbundenen Prämissen, wie etwa das Bild von der Familie als kultureller Einheit oder die Zuschreibung negativer Wirkungen von Sozialleistungen, werden jedoch kaum hinterfragt, schreiben Daniela Schiek und Carsten G. Ullrich. Sie befassen sich daher mit dem Zustandekommen von sogenannten Hartz-IV-Generationen und fragen mithilfe von Mehrgenerationeninterviews, welche Lebensperspektiven sich aus der gemeinsamen Armutsgeschichte heraus entwickeln und welche Rolle Sozialleistungen oder auch andere Unterstützungen dabei spielen. Im Ergebnis machen Schiek und Ullrich drei Handlungsmuster aus und zeigen, dass Armutskarrieren in familialen Generationen nur teilweise direkt miteinander geteilt werden. Sie werden ebenso transformiert oder unter- beziehungsweise abgebrochen. Damit lässt sich zumindest in Teilen eine die individuelle Handlungsautonomie stärkende Wirkung von Sozialleistungen feststellen. Insofern müsse Sozialstaatlichkeit nicht nur für die Gewährung von (zumal negativ definierter) Sicherheit stehen, sondern auch für die Förderung individueller Autonomie und entsprechend ausgebaut werden.
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Thema: Demokratie gestalten

Politisches Handeln im Wandel
Sozialstatus und Partizipation

Kulturpolitik in Thueringen

Toralf Stark fragt, wodurch sich politisches Handeln bestimmt. Hierfür untersucht er das Partizipationsverhalten von den 1970er-Jahren bis zum Jahr 2008 in sieben westlichen Ländern. Im Mittelpunkt steht die sozialökonomische Dimension. Die Analyse bestätigt den Trend, dass sozial Schlechtergestellte sich sukzessive von der etablierten Politik abwenden, weil sie sich dort nicht mehr vertreten fühlen. Zur Diskussion stehe, wie sich das schwindenden Vertrauen in die Institutionen auf die Beteiligungsneigung und die Auswahl der Partizipationsformen auswirkt.
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Thema: Nordkorea – Bedrohung für den Weltfrieden

Trumps Stockholm-Syndrom
Stockende Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea zum Atomprogramm

Foto: Geralt / PixabayFoto: Geralt / Pixabay Im Februar dieses Jahres brachen US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Staatsführer Kim Jong-un die Gespräche über die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten und eine Denuklearisierung Nordkoreas in Hanoi vorzeitig ab. Seither galten die Verhandlungen zwar als blockiert, wie Mason Richey, Professor für Internationale Politik an der Hankuk University of Foreign Studies in Seoul, schreibt. Aber dennoch habe Pjöngjang während der sieben Monate formalen Stillstands weiterverhandelt. Erneut nahmen die USA und Nordkorea am 4. Oktober in der schwedischen Hauptstadt ihre Beratungen über die Denuklearisierung ieder auf, die allerdings von Nordkorea noch am selben Tag für gescheitert erklärt wurden. Der Autor fragt nach den Gründen und entwickelt drei Szenarien, wie es nun weitergehen könnte. In einem optimistischen Szenario bluffe Nordkorea nur, um Spielraum zu gewinnen. Demnach werde das Land in einigen Wochen an den Verhandlungstisch zurückkehren. Es könnte aber auch sein, spekuliert Richey, dass es Nordkorea ernst damit sei, als De-Fakto-Nuklearmacht behandelt zu werden. In dem Fall werde das Land vermutlich seine Maximalposition aufrechterhalten. Eine dritte Möglichkeit ist, dass Pjöngjang und Washington weiterhin die Entschlossenheit der jeweils anderen Seite ignorieren und ihre eigene Position überschätzen.zur Analyse


SIRIUS: Kurzanalyse

Wer sind die Huthis im Jemen?
Über ihre Rolle im Krieg

Der Krieg im Jemen wird oft missverstanden und die daraus resultierende anhaltende humanitäre Krise vielfach ignoriert. Viele Analysen reduzieren den Konflikt auf einen Stellvertreterkrieg zwischen der arabischen Koalition und Iran. Aber das ist nur eine Facette eines mehrdimensionalen Konflikts, an dem viele verschiedene Gruppen beteiligt sind, von denen einige „unbehagliche“ Allianzen miteinander eingegangen sind. Eine der am meisten missverstandenen und zugleich wichtigsten Konfliktparteien sind die Huthis, die in diesem Beitrag näher betrachtet werden.

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

SIRIUS: Kurzanalyse

Konfliktbeilegung im Jemen
Die Rolle der Vereinten Nationen

Wie die meisten scheinbar unlösbaren Konflikte der Welt landete auch der Bürgerkrieg im Jemen im VN-Sicherheitsrat, dem Konfliktbeilegungs-Forum letzter Instanz der internationalen Gemeinschaft, dem nur ein beschränktes Instrumentarium zur Verfügung steht. Die Vereinten Nationen haben auf den Jemen-Konflikt in der gleichen Weise reagiert wie sie auf die meisten unübersichtlichen Kriege reagieren: mit einem Sondergesandten und mit Sanktionen. Das ist die Zuckerbrot-und-Peitsche-Strategie zur Konfliktbeilegung, schreibt Gregory D. Johnsen und erklärt, warum dieses Vorgehen wirkungslos bleibt.

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