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Thema: Integrationspolitik in Deutschland

Angekommen und auch wertgeschätzt?
Integration von türkeistämmigen Menschen in Deutschland

19 Mueller Pollack Integr von Tuerken in DAuf die Frage der Integration von Zuwanderern blicken Olaf Müller und Detlef Pollack (Universität Münster) aus deren subjektiven Perspektive, indem sie die Sicht der größten Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund in Deutschland, die der Türkeistämmigen, in den Fokus rücken. Eine unter ihrer Leitung durchgeführte Umfrage förderte zutage, dass die Türkeistämmigen mit ihrem Leben in Deutschland mehrheitlich zufrieden sind. Sie möchten sich nicht nur integrieren, sondern fühlen sich bereits heimisch, sind „angekommen“. Dennoch nehmen sie Benachteiligungen und mangelnde Anerkennung vor allem im kulturell-religiösen Bereich wahr. Für viele von ihnen stellt sich ihre Religion als eine angegriffene dar. Das gleichzeitige Bestreben, die eigene Kultur zu bewahren, steht für die Befragten dabei keinesfalls im Widerspruch zur Integrationsbereitschaft und sozialen Positionierung in der Gesellschaft – bei der großen Mehrheit von ihnen existiert kein Wunsch nach sozialer Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft. Aber auch bei den hier Aufgewachsenen ist nicht zu erwarten, dass sie sich in jeglicher Hinsicht anpassen – vielmehr tragen sie ihre kulturelle und religiöse Identität sogar selbstbewusster zur Schau als ihre Eltern und Großeltern.
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Thema: Demokratie gestalten

Zufrieden mit der Demokratie?
Einfluss ökonomischer Faktoren

Cover Hendrik Lange Demokratiezufriedenheit 9783658194659Die Analyse der Demokratiezufriedenheit (DZ) hat eine lange Tradition im Kontext der politischen Kulturforschung. Obwohl neben einer Vielzahl von Erklärungsfaktoren auch ökonomische Variablen immer wieder in diese Analysen einbezogen wurden, gab es bislang keine, die sich grundlegend mit dem Zusammenhang von ökonomischen Aspekten und Demokratiezufriedenheit auseinandergesetzt hat. Hendrik Lange schließt diese Lücke, wobei er den Einstellungen zur Demokratie vor dem Hintergrund sowohl der tatsächlichen ökonomischen Situation der Befragten als auch der subjektiv wahrgenommenen nachgeht.
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SIRIUS: Analyse

Abschreckung einst und heute
Von der Schwierigkeit, glaubwürdig zu sein. Eine Analyse von James A. Thomson

Berlin leaving jkb wikimediaAus den Erfahrungen, die im Kalten Krieg gesammelt wurden, lässt sich nur bedingt für die Gegenwart lernen. Foto: Sektorengrenze in Berlin (jkb / Wikimedia Commons)Abschreckung war das Kernstück westlicher Verteidigungspolitik während des Kalten Krieges. Mit ihr verband sich die Vorstellung, dass es sinnvoll und möglich ist, sich gegen einen militärisch hochgerüsteten Gegner behaupten zu können, ohne Streitkräfte aufstellen zu müssen, die diesem gleichwertig sind. Abschreckung ist einerseits eine defensive Form des Umgangs mit militärischen Bedrohungen und zielt auf Moderation und Kriegsverhinderung, andererseits kann sie nur dann wirksam sein, wenn sie auch extreme militärische Bedrohungen beinhaltet – wie den Einsatz von Kernwaffen. Diese einfache Gleichung war aber nur für eine kurze Zeit gültig. Da die Sowjetunion und in der Folge noch andere Staaten in den Besitz von Kernwaffen gelangten und angesichts der Dynamik der militärischen Lage in Mitteleuropa sowie der quälenden Debatten innerhalb der westlichen Allianz über die Glaubwürdigkeit (aber auch die moralische Zulässigkeit) einer erweiterten Abschreckung, wurde die Abschreckungsdebatte mit Problemen konfrontiert, die nie vollständig gelöst werden konnten und die erst mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes aus dem Blickfeld verschwanden. Jetzt aber beginnen wir, mit Blick auf Russland, China und den Iran erneut über Abschreckung nachzudenken. Dabei stellen sich teilweise alte, aber auch neue Probleme.
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Thema: Rechtspopulismus

Angriff der Antidemokraten
Rebellion der Neuen Rechten

Samuel Salzborn spiegelt die Debatten um den Rechtspopulismus mithilfe eines (in aufklärerischer Absicht) „bewährten“ Begriffsapparates, schreibt Georg Kamphausen. Allerdings sei fraglich, ob sich mit Begriffen wie Neue Rechte, Neofaschismus, völkische Rebellion etc., die aus der Asservatenkammer intellektueller Debatten stammten, die gegenwärtigen neuen politischen Bewegungen sowie der offensichtliche Zerfall des etablierten Parteiensystems beschreiben lassen – auch sollte der rechtspopulistische Unsinn besser nicht durch eine ideengeschichtlich korrekte Herleitung „geadelt“ werden.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Die Anfeindung

Wird die Demokratie belagert?
Radikale Rechte in Osten Europas

Die komparative Analyse rechtsradikaler Parteien und Bewegungen in Osteuropa, die Michael Minkenberg vorlegt, gewinnt ihr „tertium comparationis“ einerseits, indem die radikale Rechte in Westeuropa als Grundlinie herangezogen wird, andererseits unter Verweis auf den unvollendeten Transformationsprozess und das nicht abgeschlossene Nation-Building. Die Einzelfallstudien unter anderem zu Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn lassen sich so zu der Frage verbinden, ob die radikale Rechte vielleicht eine erwartbare Nebenfolge eines beschleunigten Modernisierungsprozesses ist.
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