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Thema: Die Krise der Europäischen Union

Die Europäische Union
Tobias Lenz sieht das EU-Modell unter Druck

03 Lenz Foto EuGHDas Modell des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sei zu einem regelrechten „Exportschlager“ der EU geworden, schreibt Tobias Lenz. Das Foto zeigt eine Sitzung der Großen Kammer des EuGH. Quelle: Gerichtshof der Europäischen UnionDie Europäische Union werde vielerorts als die erfolgreichste Regionalorganisation der Welt betrachtet und habe eine Reihe von Fürsprechern gewonnen. Sie habe lange Zeit als Vorbild für ähnliche Organisationen in anderen Weltregionen gedient, schreibt Tobias Lenz. Dabei bildeten vor allem die europäischen Institutionen das markanteste Element dieses EU-Modells. Insbesondere der Europäische Gerichtshof sei zu einem „regelrechten Exportschlager“ der Union geworden. Die Kommission und das Parlament dienten – obwohl Regionalorganisationen weltweit einige ihrer institutionellen Merkmale übernommen haben – in geringerem Maße als institutionelle Vorbilder. Politische Entscheidungsträger pickten sich meistens Elemente des EU-Modells heraus, um ihren eigenen Typus regionaler Kooperation zu finden. Doch auch wenn die Union ihre bislang tiefgreifendste „Imagekrise“ durchlebe und die multiplen Krisen ihr Ansehen infrage gestellt haben, bleibe die Idee, dass regionale Kooperation Nationalstaaten bei der Sicherung von Frieden und der Steigerung ökonomischer Wohlfahrt helfen könne, weiterhin attraktiv. Die EU werde hierfür in absehbarer Zukunft das prominenstete Beispiel bleiben, sofern sie fähig sei, ihre eigenen Kooperationsprobleme zu lösen und es ihr gelinge, mit ihren Krisen konstruktiv umzugehen, lautet das Resümee des Autors.
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Thema: Integrationspolitik

Herausforderung Integration
Wie Zusammenleben gelingen kann

Herausforderung Integration 9783837927122Aktuelle Fragen der Integration von Migrant*innen in die bundesdeutsche Gesellschaft stehen im Fokus dieses Sammelbandes – wie etwa die nach dem Gelingen der Integration, der Einstellung der Bevölkerung zu Flüchtlingen sowie den Ursachen von Ängsten und Unsicherheiten. Integration bezeichnen Siegfried Karl und Hans-Georg Burger als eine „gesellschaftliche Dauer- und Zukunftsaufgabe“, die nicht allein dem Staat obliege. Sie könne nur gelingen, wenn sie sich in Verbindung mit dem Fremden vollziehe. Dabei sei es erforderlich, die zunehmende Diversität der Gesellschaft anzuerkennen.
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Thema: Demokratie gestalten

Parteien und soziale Ungleichheit
Die verzerrte Repräsentation sozialer Gruppen

Während die Wahlforschung schon seit Längerem eine zunehmende Asymmetrie von Wahlbeteiligung und Schichtzugehörigkeit beobachtet, hat die Parteienforschung den Zusammenhang Parteien und soziale Ungleichheit 9783658103897von Parteiensystem und sozialer Ungleichheit bisher eher vernachlässigt. Der von Elmar Wiesendahl herausgegebene Sammelband rückt diese Beziehung nun ins Zentrum. Im Vordergrund steht die empirische Darstellung von ungleichheitsbedingten Defiziten der Repräsentation. Untersucht werden die Sozialprofile der im Bundestag vertretenen Parteien (ohne AfD) und deren Programmatik. Als parteiübergreifender Trend lässt sich eine bildungs- und berufsbezogene Homogenisierung von Abgeordneten und Parteimitgliedern feststellen. Dies deute auf einen „offenbar zunehmenden Selbstbezug der politischen Klasse“. Die veränderten Rekrutierungslogiken und der stetige Mitgliederrückgang lassen es zudem fraglich erscheinen, ob die Parteien aus sich selbst heraus der mangelnden sozialen Repräsentation entgegenwirken können. Mit Quotierungen und anderen parteiinternen Praktiken könne, so die Einschätzung, das generelle Repräsentationsdefizit des Parteiensystems nicht kompensiert werden. Darüber hinaus werden in einigen Beiträgen des Bandes Überlegungen zu möglichen Erklärungsansätzen angestellt.

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Thema: Digitale Welt

Big Data und digitaler Ungehorsam
Neue Wege der Politisierung?

Die algorithmische Analyse menschlichen Verhaltens hat große Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft. Allerdings gibt es bislang keine Untersuchungen, die die Folgen des Einsatzes von Big-Data-Software, wie sie auch von autokratischen Regimen zur Überwachung ihrer Gegner eingesetzt wird, auf Netzaktivisten in demokratischen Gesellschaften untersucht. Dies voraussetzend, stellt Eric Mülling in seiner Dissertation zwei Forschungsfragen: Erstens: Was ist digitaler Ungehorsam? Und zweitens: Wie beeinflusst Big Data die Netzaktivisten in ihrem Ungehorsam?

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Thinktanks und globale Politik
Schaltstellen der Macht?

Klimawandel, Dieselskandal, Energiewende – aus keinem dieser Bereiche sind Thinktanks mehr wegzudenken. Ihre Vertreter werden als Gesprächspartner in den Medien geschätzt und ihre Veröffentlichungen in Politik und Gesellschaft diskutiert; mitunter gelten sie als Impulsgeber für die Lösung von Problemen jedweder Art. Von der Öffentlichkeit werden sie mehr und mehr als eigenständige und interessengeleitete Akteure wahrgenommen. In den Fallanalysen dieses Bandes werden die Entwicklung von Denkfabriken und ihre Funktionsweisen eingehend untersucht.
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