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Thema: Die Krise der Europäischen Union

Weniger Markt, mehr Politik
Europa rehabilitieren

Euro 20 Jahre Foto der EU Kommission P038919 680286Bestehende Ansätze für eine ausdrücklich politische Steuerung der Währungsunion müssten laut Rezensent in eine umfassende wirtschaftspolitische Koordinierung der Mitgliedstaaten überführt werden. Foto: Jubiläumsveranstaltung der EU-Kommissison im Dezember 2018 anlässlich des 20jährigen Bestehens der Währungsunion. © EU-Kommission, audiovisueller Dienst, Fotograf: Nicolas Lobet.

Björn Hacker will mit seinem Buch, einer gelungenen Mischung von Analyse und Denkschrift, den Prozess der europäischen Integration gegenüber zahlreichen Krisendiagnosen linker oder rechter Spielart als zukunftsweisendes Projekt rehabilitieren. Eine durchgehende Prämisse seiner Überlegungen ist die Überzeugung, die Europäische Union werde vom „Sündenbock zum Problemlöser“, wenn sie sich in ihren Verfahren von der heute dominierenden Marktgläubigkeit lösen und zu dem Modus der Politikgestaltung zurückkehren könne, der in der Gründungsphase der europäischen Integration Geltung hatte. Der Autor plädiert für einen reformistischen Realismus, der die Potenziale der bestehenden institutionellen Architektur zumal der Eurozone im Sinne einer „European Politics against global Markets“ nutzt. Zum Realismus gehört für Hacker, weder die strukturellen Probleme der EU noch die einschlägigen medialen Krisendebatten in simplifizierende Fragen vom Typus Für oder gegen Europa? zu überführen. Er wählt stattdessen eine Analyse in drei Schritten, die zunächst das verbreitete, vielfach diffus bleibende Unbehagen von Bürgerinnen und Bürgern mit dem Stand der europäischen Integration aufgreift, dem folgt eine Auseinandersetzung mit wesentlichen Konfliktfeldern europäischer Politik und abschließend entwirft er Grundzüge einer europäischen Politikgestaltung.
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Thema: China

Friedliche Entwicklung
Eine chinesische Perspektive

Cover Peaceful Development Path 978 981 13 1439 1

In den vergangenen vier Dekaden habe die Volksrepublik an dem Weg der Reform- und Öffnungspolitik – einst durch Deng Xiaoping angestoßen – festgehalten und dabei von dem weitestgehend friedlichen internationalen Umfeld profitiert, so Rezensentin Josie-Marie Perkuhn. In diesem Buch werden zum einen die zeitgeschichtlichen und kulturellen Hintergründe dieses für die Autoren außergewöhnlich friedlichen Entwicklungsweges dargestellt. Zum anderen zeigen sie die Grenzen und Herausforderungen auf und prognostizieren die zukünftige Richtung dieses Weges.

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SIRIUS: Analyse

Weit genug gedacht?
Drei Jahre PeaceLab im Rückblick

„Krisenprävention weiter denken“: Unter diesem Motto fand zwischen Sommer 2016 und Frühjahr 2017 in über hundert Beiträgen auf dem PeaceLab-Blog und in mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen die umfangreichste friedens- und sicherheitspolitische Fachdebatte in Deutschland seit vielen Jahren statt. Sarah Brockmeier und Foto: Dirk Wouters / PixabayFoto: Dirk Wouters / PixabayPhilipp Rotmann, die an diesem Prozess in zentralen Rollen beteiligt waren, ziehen eine erste Bilanz der fachöffentlichen Debatte zu den Leitlinien „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“ der Bundesregierung im „PeaceLab2016“ sowie weiteren vertieften Diskussionen über Sicherheits-, Justiz- und Aufarbeitungsfragen. Leitlinien wie Debatte, so die Analyse, zeigen mit einigen Ausnahmen die gleichen Strategiedefizite in der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik auf: Bundesregierung wie Fachcommunity setzen vage oder keine Ziele, nennen kaum Prioritäten und entwickeln wenig oder keine Länder- beziehungsweise themenspezifischen Strategien. Um dieses Strategiedefizit anzugehen, empfehlen Brockmeier und Rotmann, das Weißbuch und die Leitlinien in Zukunft in einem gemeinsamen Strategiedokument für eine ganzheitliche Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik zu bündeln. Dadurch kämen auch die „Friedenscommunity“ und die „Sicherheitscommunity“ stärker miteinander ins Gespräch.

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Rezension

Kultureller Rückschlag
Autoritärer Populismus

„It is the triumph of fear over hope” (8), konstatieren die US-amerikanischen Politikwissenschaftler Pippa Norris und Ronald Inglehart hinsichtlich der jüngsten Erfolge durch autoritäre Populisten in zahlreichen Ländern weltweit. Phänomene wie Trump oder Brexit führen sie darauf zurück, dass in westlichen Gesellschaften kulturspezifische Konflikte zwischen Generationen ausgetragen werden. Solche „heißen Kulturkriege“ würden über die nächsten Jahre Politik und Gesellschaft weiter spalten, so die Prognose, die vor allem mit Blick auf die US-amerikanische Politik erörtert wird.

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: China

China und die islamische Welt
Neue Seidenstraße

Chinas Investitionen in die Neue Seidenstraße seien größtenteils in der islamischen Welt geplant, aber die chinesische Führung sei aus Sicht von Robert R. Bianchi auf diese ebenso wenig vorbereitet wie auf mögliche Rückkopplungseffekte in die chinesische Gesellschaft. Derzeit versuche sie, verschiedene Weltregionen durch Infrastrukturkorridore stärker miteinander zu vernetzen und baue transkontinental neue Straßen, Häfen und Eisenbahnlinien. Doch China habe sich nicht ausreichend mit den kulturellen/religiösen Besonderheiten vor Ort beschäftigt, lautet der Vorwurf.

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