Portal für Politikwissenschaft

Eine Theorie der Generationengerechtigkeit

Jörg C. Tremmel (Hrsg.)

Eine Theorie der Generationengerechtigkeit

Münster: mentis 2012; 341 S.; kart., 48,- €; ISBN 978-3-89785-706-3
Diss. Düsseldorf; Begutachtung: D. Birnbacher. – Eines der wichtigsten Themen der Zukunft ist die Frage nach der Generationengerechtigkeit, die sich aufgrund des unaufhaltsamen demografischen Wandels mittlerweile gleichbedeutend zur Frage der Verteilungsgerechtigkeit zwischen Arm und Reich stellt. Jörg Tremmels Anliegen ist daher kein geringeres als das bestehende Forschungsdefizit zur Operationalisierung von Generationengerechtigkeit zu verkleinern. Das Buch ist in fünf große Kapitel unterteilt. Im ersten Abschnitt zeigt Tremmel, dass zunächst Vergleiche zwischen Generationen erfolgen müssen, um überhaupt Aussagen zur Generationengerechtigkeit treffen zu können. Hierfür analysiert er die mehrdeutigen Definitionen familialer, gesellschaftlicher und chronologischer Bedeutungen von Generationen. Im zweiten Kapitel setzt sich Tremmel kritisch mit den bestehenden Theorien auseinander und stellt diesen eine eigene Theorie der Generationengerechtigkeit gegenüber, die eben nicht an den Rechten zukünftiger Generationen, sondern an deren Wohl orientiert ist. In den nachfolgenden Kapiteln analysiert Tremmel drei intragenerationelle Gerechtigkeitskonzepte auf ihre Anwendbarkeit im intergenerationellen Kontext; es geht ihm hierbei um die Frage nach den Pflichten, die man für nachkommende Generationen übernehmen muss oder müsste. Im letzten Kapitel schließlich wird eine gelingende Generationenethik als Grundlage einer Weiterentwicklung betrachtet, in der die nachfolgenden Generationen nicht nur gleiche, sondern bessere Chancen haben sollten, worunter Tremmel jedoch keinen aufopfernden Verzicht etwa beim Konsum versteht. Dies scheint ihm aber angesichts der Zukunftsprobleme wie dem Treibhauseffekt oder der Verbreitung von Atomwaffen ein allzu unsicheres Unterfangen, weshalb er mit dem eindringlichen Appell an die heutige Generation schließt, die moralische Verpflichtung gegenüber der Nachwelt besonders ernst zu nehmen.
Eva Voß (EV)
Dr., Politikwissenschaftlerin, Senior Referentin für Diversity Management bei der Bertelsmann AG.
Rubrizierung: 5.42 | 5.44 Empfohlene Zitierweise: Eva Voß, Rezension zu: Jörg C. Tremmel (Hrsg.): Eine Theorie der Generationengerechtigkeit Münster: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32491-eine-theorie-der-generationengerechtigkeit_38771, veröffentlicht am 30.05.2013. Buch-Nr.: 38771 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...