Portal für Politikwissenschaft

Die soziale Magie politischer Repräsentation

Erik Jentges

Die soziale Magie politischer Repräsentation. Charisma und Anerkennung in der Zivilgesellschaft

Bielefeld: transcript Verlag 2010 (Sozialtheorie); 243 S.; 29,80 €; ISBN 978-3-8376-1575-3
Sozialwiss. Diss. HU Berlin; Gutachter: K. Eder, H.-J. Trenz. – Demokratie, die Herrschaft des Volkes, wird durch ein System der Repräsentation in die politische Praxis umgesetzt. Jentges fragt hierzu: „Wie wirkt die soziale Magie politischer Repräsentation? [und] Wie entsteht Anerkennung in der Zivilgesellschaft?“ (17) Zur Beantwortung dieser Leitfragen beleuchtet er zunächst das Konzept der politischen Repräsentation, indem er einen Überblick über die wissenschaftlich aktuell diskutierten Ansätze bietet. Dabei zeigt sich in den Positionen unter anderem ein Gegensatz zwischen Repräsentation als empirisch gebundene Stellvertretung einerseits und der eher symbolisch angelegten Abbildung der repräsentierten Gesellschaft andererseits. Nach diesem einleitenden Abschnitt wird die soziale Magie der Repräsentation betrachtet. Unter Rückgriff auf das Werk „Masse und Macht“ des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti beschreibt Jentges die Repräsentation als vergleichbar mit einem Theaterstück. Repräsentationsansprüche werden von den jeweiligen politischen Akteuren vor einem Publikum inszeniert. Dieses Publikum ist die Bevölkerung des demokratischen Gemeinwesens, welches hier als „Interpretationsgemeinschaft“ (90) agiert. Von dieser können die politischen Akteure als „Helden“ oder „Schurken“ bewertet werden und eine entsprechende Legitimation ihrer Repräsentationsposition erlangen. Entscheidend ist die Fähigkeit der Politik, gesellschaftliche Orientierung anzubieten. Im dritten Abschnitt geht es um die Anerkennung nicht-gewählter Repräsentanten. Dabei untersucht Jentges mit Bezug auf die deutsche Zivilgesellschaft Fallstudien zu Interessengruppen in den Politikfeldern Verbraucherschutz, Religion und Gleichstellung der Geschlechter. Die Anerkennung sei abhängig von der Übereinstimmung mit dem „Skript der Zivilgesellschaft“ (103), also der in der Gesellschaft mehrheitlich akzeptierten Zielvorstellungen vom Wirken der Politik, schreibt Jentges.
Arne Arps (AA)
M. A., Doktorand der Politikwissenschaft, Universität Vechta.
Rubrizierung: 5.42 | 5.41 | 2.2 | 2.34 | 2.35 | 2.36 Empfohlene Zitierweise: Arne Arps, Rezension zu: Erik Jentges: Die soziale Magie politischer Repräsentation. Bielefeld: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/33228-die-soziale-magie-politischer-repraesentation_39729, veröffentlicht am 04.01.2011. Buch-Nr.: 39729 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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