Portal für Politikwissenschaft

Weltmacht Amerika - Das Neue Rom

Peter Bender

Weltmacht Amerika - Das Neue Rom

Stuttgart: Klett-Cotta 2003; 295 S.; geb., 19,50 €; ISBN 3-608-96002-3
Seitdem Amerika zur einzigen Weltmacht geworden ist, gibt es auch in der politischen Elite Amerikas durchaus gewichtige Stimmen, die der bislang eher verpönten Idee eines „Empire" durchaus etwas abgewinnen können. Der Vergleich zum letzten großen Weltreich, dem römischen, kann da sehr aufschlussreiche Erkenntnisse liefern. Bender arbeitet Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus, indem er den Aufstieg und die Konsolidierung der Macht Roms und Amerikas parallel erzählt. Auf geradezu spannende Weise schildert er den keineswegs so geplanten Aufstieg beider anfangs eher insularen Mächte. Sowohl die USA als auch Rom, so ein Grundmotiv von Benders Argumentation, wurden eher aus defensiven Erwägungen zu Weltmächten. „In ihren ersten großen Krieg mit einer überseeischen Macht sind Römer und Amerikaner weniger hineingegangen als hineingeraten." (73) Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Reichen besteht jedoch darin, dass für die Römer bei ihrer weiteren Expansion militärische Sicherheit im Vordergrund stand, während die USA sich sehr viel stärker von wirtschaftlichen Motiven leiten lassen: „Roms Macht wurde aus der Not geboren, Amerikas Macht entstand aus dem Überfluß und Überschwang." (42) Zwei weitere wichtige Unterschiede bestehen laut Bender darin, dass es Amerika gelungen ist, seine Kultur, seinen „Way of Life" nahezu global auszudehnen, während Roms kultureller Einfluss sich auf die nicht-griechische Welt beschränkte. Zweitens steht mit Europa den Amerikanern ein Konkurrent entgegen, der es zumindest auf wirtschaftlichem Gebiet mit ihnen aufnehmen kann. Es kommt hinzu, dass Amerika nach Benders Analyse noch keineswegs dazu entschlossen scheint, ein dem römischen vergleichbares Imperium zu schaffen. Die Strömungen, die Amerika eher als Ordnungsmacht denn als imperialistische Macht sehen, sind sehr stark. Setzt sich diese Strömung durch, „würde [Amerika] zu einem neuen Rom - nicht durch ein Rom-ähnliches Empire [...], sondern weil es die Zivilisation des Abendlands schützt und gemeinsam mit Europa bewahrt" (264).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.22 | 2.64 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Peter Bender: Weltmacht Amerika - Das Neue Rom Stuttgart: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/9478-weltmacht-amerika---das-neue-rom_23195, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23195 Rezension drucken

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