Jürgen H. P. Hoffmeyer-Zlotnik / Uwe Warner

Soziodemographische Standards für Umfragen in Europa

München/Mering: Rainer Hampp Verlag 2013 (Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden); 112 S.; 19,80 €; ISBN 978-3-86618-827-3
Die Bedeutung von internationalen Vergleichen bei sozialwissenschaftlichen Umfragen hat auch wegen der europäischen Einigung in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Dabei kommt den soziodemografischen Variablen eine entscheidende Rolle zu. Sollen diese zum Zwecke der Vergleichbarkeit standardisiert erhoben werden, empfiehlt sich eine identische Formulierung des Fragetextes und der Antwortmöglichkeiten. Die Autoren zeigen die Schwierigkeiten auf, die dieses Vorhaben begleiten können. So wird die Harmonisierung des Befragungsinstruments oft schon durch die kulturell unterschiedliche Bedeutung der Begriffe eingeschränkt. Es wird in fünf Schritten gezeigt, wie eine solche Harmonisierung durchgeführt werden kann. Neben konkreten Definitionen gehört auch eine gründliche Analyse der verschiedenen kulturellen Bedeutungen des zu messenden Konzepts dazu. Dem folgen die Auswahl der konkreten Messinstrumente und schließlich die Entscheidung über eine Input‑ oder Output‑Harmonisierung. Letztere verwendet in jedem Land die dort gängigen nationalen Messinstrumente. Anschließend wird versucht, die so erzielten Ergebnisse in einen gemeinsamen Analyserahmen zu integrieren. Anspruchsvoller ist die Input‑Harmonisierung, bei der von allen beteiligten nationalen Forscherteams ein neues Messinstrument entwickelt wird, dessen Beschaffenheit eine Anwendung in allen an der Studie beteiligten Ländern erlaubt. Die Autoren betrachten verschiedene soziodemografische Variablen – u. a. ethnische Zugehörigkeit, Erwerbstätigkeit und Haushaltseinkommen – und stellen die verwendeten Formulierungen von Fragen und Antwortkategorien vor. Nicht zuletzt dadurch und aufgrund verschiedener praktischer Hinweise bietet das Buch eine interessante Lektüre für alle, die selbst international vergleichende Untersuchungen durchführen wollen. Mit den hier vorgestellten Aspekten geben die Autoren aber auch wichtige Anregungen für die sozialwissenschaftliche Methodenausbildung, zumal neben speziellen Problematiken des Vergleichs auch allgemeine Informationen zu standardisierten Umfragen behandelt werden.
Daniel Gerstenhauer (DG)
M. A., Sozialwissenschaftler, Doktorand, Universität Jena.
Rubrizierung: 1.2 Empfohlene Zitierweise: Daniel Gerstenhauer, Rezension zu: Jürgen H. P. Hoffmeyer-Zlotnik / Uwe Warner: Soziodemographische Standards für Umfragen in Europa München/Mering: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36106-soziodemographische-standards-fuer-umfragen-in-europa_44392, veröffentlicht am 29.08.2013. Buch-Nr.: 44392 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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